Aktuelles

„Junge 2 Kunst“ in Smolensk – Preisverleihung im Teneshova-Kulturzentrum

Gestern, am 30.10.2013,  wurden in Smolensk die Preise für den Wettbewerb „Junge 2 Kunst“ Smolensk-Hagen vergeben. Die Preisträger sind:

Aleksandr Rygorchuk, Irina Fedorova und Aleksandr Savchenko

Um einen Eindruck von dem Wettbewerb zu vermitteln, folgen in der Fotogalerie Auszüge aus dem veröffentlichten Katalog zum Wettbewerb.

Die Preise wurden von Aleksej Dovgan in Anwesenheit von Jury-Mitgliedern und namhaften Smolensker Künstlerinnen und Künstlern feierlich im Teneshova-Kulturzentrum überreicht.

Fotos von der Preisverleihung im Teneshova-Kulturzentrum

Film von RENTV zur Ausstellungseröffnung

„JES“ a-capella in Smolensk – Reisebericht

20.10.2013, Sonntag       „JES“

Die Reise begann eigentlich schon vor dem Aufstehen. Der Vollmond hatte voll zugeschlgen. Unsere Nachbarn standen schon eine Stunde vor der angesagten Abreise vor der Reise und Michael rief kurz danach an, um zu fragen, ob er angerufen worden sei.

Am Flughafen war es dann umso besser und wir duesten mit 180 Stundenkilometer Rueckenwind gen Moskau und waren ca. 25 Minuten vor der geplanten Ankunft vor Ort. Mit zwei kleinen Bussen und einem PKW ging es durch den Moskauer Verkehr auf der inzwischen gut ausgebauten Straße nach Smolensk.

Die Smolensker Freunde hatten wirklich alles im Blick und die Gruppe mit Speisen und Getränken versorgt. Gegen 20 Uhr saßen wir alle zusammen beim Abendessen im Russischen Hof. Danach ging es ins Hotel und zu den Gastgebern.

21.10.2013, Montag

Das russische Hotelfruehstück -sehr viel warmes Essen- war fuer einzelne doch ungewohnt. Morgen gibt es mehr Vielfalt.

Der Chor probte im Hotel – danach wurden Rubel eingekauft. Wir werden auch die Wirtschaft ankurbeln.

Im Muskikolleg gab es eine sehr freundliche Begrüssung und dann ging es ab in den Keller zu einer unvergesslichen Garderobenabteilung. Zahlreiche junge Menschen nahmen uns in den Fluren in Augenschein – Aha, dass sind also diese Deutschen, wurden wir freundlich beobachtend mit Blicken verfolgt.

Junge Frauen in tollen Kostümen sangen in bemerkenswerter Qualität drei klassische russsische Stücke, es folgte ein Duett von zwei jungen Männern und ein Solo einer jungen Frau – alles extra für uns. Und dann sangen noch fünf junge Frauen das lustige russische Lied von Weinkasteinka – dem Stehaufmännchen.

JES durfte nicht kneifen und begeisterte die Studierenden mit fünf Stücken. Die Rückmeldung war Jubel und Begeisterung pur. So möchten wir auch singen, war eine oft zu hörende Bemerkung, es mussten Gruppenfotos gemacht werden und selbstverstaendlich sind Freitag alle im Kulturzentrum Teneshova. Ohne Glück provozieren zu wollen wurde noch große Glas zerbrochen – kein Beinbruch in Russland, denn das bringt ja Glück.

Die Zeit drängt und deshalb brachte der Bus uns zum Restaurant. Tolle russische Spezialitäten, vorzügliche Bedienung – diese Zuvorkommenheit war ein weiteres Aha-Erlebnis in der Gruppe.

Die Stadtführung mit dem gegnadeten Begleiter sollte ein nächstes großes Erlebnis werden – wurde es auch. Andere erledigen formale Aufgaben – Umbuchungen, Besprechungen ueber die Zukunft der Kulturprojekte ….. Konzert bei der Humanistischen UNI vorbereiten.

Die folgende Freizeit wurde fuer Einkäufe genutzt – man kennt sich schon aus. Andere Treffen sich mit Freunden, denn diese Gespräche sind es, die diesen partnerschaftlichen Austausch so interssant machen!!!!

Nach und nach trudeln alle im Russischen Hof ein. Wir kaufen Getränke und bereiten einen Flashmob vor, das Fersehen und eine Internetzeitung sind auch schon da. Alle sitzen in verschiedenen Tischen, stehen plötzlich auf, formieren sich und der Chor haut so richtig einen raus und das mit voller Begeisterung. Die zunächst verdutzten Restaurantgäste gehen sofort mit – Messer und Gabel spielen keine Rolle mehr, denn die Hände müssen Beifall klatschen – und das alles am ersten Tag (youtube).

Morgen ist JES in Smolensk wirklich wie ein bunter Hund bekannt und das ganz ohne die wunderschönen bunten selbstgefertigten Kostüme.

Auf dem Heimweg noch Sascha Dolossov, den bekannten Smolensker Maler, getroffen, der Freitag eine große Ausstellung eröffnen wird. Wir werden anregen, das JES auch dort singt. Wenn das so weiter geht, singen die demnächst nur noch. Eine durchaus verlockende Aussicht.

Es ist schon sehr spät in Smolensk, deshalb von hier aus ein herzliches GUTE NACHT an Euch alle in Hagen.

22.10.2013, Dienstag

Es ist kalt geworden in Smolensk und es liegt etwas Schnee auf den Dächern. Aber die Presse arbeitet auch bei dieser Kälte gut – die Komsomolskaya Pravda hat einen Artikel über den Flash-Mob im Russischen Hof gebracht. Zum Ende sogar mit einem Video. Hier nimmt die Presse ein Kulturereignis mit großer Aufmerksamkeit, sehr kompetent und liebevoll wahr. So auch bei Empfang des Smolensker Oberbürgermeisters. REN-TV und die Vertreter einer Internetzeitung waren anwesend, als der Oberbürgermeister die Gruppe launig begrüßte und so ging es launig hin und her. Die Grupenmitglieder erzälhten von ihren ersten Eindrücken in der Stadt, es wurden Geschenke ausgetauscht und der Oberbürgermeister versprach, zum Konzert zu kommen – mal sehen, ob er wirklich kommt, denn wir haben so unsere Erfahrungen mit Versprechungen. Um aber den Menschen im Rathaus Geschmack auf das Konzert zu machen, sang die Gruppe in dem engen Raum einen ihrer Ohrwürmer – dont stop me now.

In der Zentralbibliothek wurden wir schon sehnsüchtig erwartet. Ca. 30 junge Deutsch-Studierende der Staatlichen-Smolensker Universität und wir sollten sich in gemischten Gruppen auf unterschiedlichste Weise im Wissen um Fragen zu Russland und Deutschland messen. Es ging sportlich unentschieden aus!!

Aber ohne Gesang eben auch nicht, denn beide Gruppen mussten jeweils gemeinsam ein Lied singen – dazu sage ich an dieser Stelle nichts, aber die  anschließende Einlage von JES riss die jungen Menschen zu Beifallsstürmen hin. Und in seiner überschwänglichen Freude riss sich Gerd Reiner hin, alle zum Konzert einzuladen – ohne die Eintrittspreise zu kennen. Man unkt, sie wurden geschwind um 50% erhoeht.

Thats life in Russia !! Or not?

Die Zeit drängte und so mussten wir die Straßenbahn zum Restaurant nehmen. Leise, leise schwoll der Gesang in der voll besetzten Bahn an – das kugelrunde fröhlich lächelnde Gesicht der Schaffnerin, die wippend auf ihrem Thron saß, wird keiner so schnell vergessen und auch nicht den weit geöffneten Mund des alten Mannes ohne Zähne, der den Rhythmus klatschte.

Nur soviel dazu: der Chor hat zahllose Menschen in eine fröhliche Stimmung versetzt. Auf der Rückfahrt in die Stadt spielten sich aehnlich Szenen in der Strassenbahn ab. Der Chor hat in zwei Tagen einen Bekanntheitsgrad erreicht, der bei uns in Hagen so ohne weiteres nicht nachvollziehbar ist.

Julya Tarasenkova hat die Proben in der Smolensker Humanistischen Universität gut vorbereitet und alles läuft glatt, bis ein Chormitglied in der Hitze des Raumes Kreislaufschwierigkeiten bekommt – wir bemerken, dass in Russland die Heizperiode begonnen hat, denn die Räume der UNI sind trotz der Kälte draussen total überhitzt – auch das ist Realität in Russland: zuviel heizen ist immer noch keine Kostenfrage. Morgen wird alles zum Konzert gerichtet sein – man will den Raum besser lüften.

Das Puppentheater von Smolensk ist ein Schmuckstück allerersten Ranges. Hier arbeiten 15 professionelle Puppenspieler, die jedes Jahr bis zu 400 Vorstellungen auf die Bühne bringen. Hier hätte der Chor gern seine Puppen tanzen lassen – gemeint ist das alte Programm, doch die neuen Chormitglieder kennen die meisten Texte aus dem Programm nicht.

Also hockten wir uns nur auf die Sitze in dem Theaterraum, der 140 Menschen Platz gewährt. Viele Spezialisten werkeln hier in Werkstätten, um Puppen und Bühnen zu gestalten. Man arbeitet mit allen Puppenvarianten.

Die Puppenspieler sind große Idealisten und treten auch häufig außerhalb des Theaters auf.

Auf der Bühne des Puppentheaters könnte auch ein großer Chor auftreten. Und von den höhenverstellbaren Stzten kann jeder kleine Mensch barrierefrei auf die Bühne blicken.

Endlich ein wenig Freizeit, doch einige arbeiten weiter: neue Kulturprojekte werfen ihre Schatten voraus, denn bis 2015 ist es nur noch ein paar Stunden.

Am Abend genießen wir zusammen das Essen in der Mandarin Gans. Prima Stimmung, volles Lokal und die Erlebnisse drücken einzelnen bereits mächtig aufs Hirn. Doch morgen geht es im gleich Takt weiter und wir werden ihn in jeder Beziehung halten.

Auch ob der Freude, dass wir am Smstag doch noch auf dem Roten Plaztz in Moskau singen werden – egal, ob wir dann verhaftet werden oder nicht – es gefaellt allen sowieso gut hier!

spakolni notsche!!! So oder so ähnlich heißt hier Gute Nacht.

23.10.2013, Mittwoch

In Hagen soll es Sommer geworden sein – hier sind erste Vorboten des Winters deutlich geworden. Die Hälfte der Zeit in Smolensk ist Heute vorüber. Wir sind gut aklimatisiert und das erste Konzert wird es gegen 14 Uhr geben.

Doch vorher widmen wir uns ernsteren Themen – ein Besuch auf dem deutschen Soldatenfriedhof ist vorgesehen.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber sehr kaltem Wind gehen wir über den Friedhof. Alle sind ein wenig in sich gekehrt. Dieser Ort läd zur Besinnung ein – Besinnung auf das wesentliche in unserem Leben. Die Zuwendung zu den Mitmenschen und diese Zuwendung erfährt der Chor in fast jeder Minute seines Aufenthaltes in dieser Stadt. Wir vergessen nicht des Leidens zu gedenken, dass die Soldaten, die hier begraben liegen, erlitten haben muessen! Leider konnte ich meinen Auftrag, einen vermisssten Menschen namentlich auf den Tafeln zu entdecken, nicht erfüllen, aber wir werden weitere Möglichkeiten finden.

Die Rektorin der Universität, Larissa Mazhar, erwartete die Gruppe bereits, um uns die Universitaät vorzustellen. Wir wurden liebevoll umsorgt und beköstigt, erhielten eine Einblick in die historische Achitektur von Smolensk und führten interessante Gespräche.

Julia Tarsenkova hat viele und gute Arbeit geleistet, um der Gruppe diesen Auftritt zu ermöglichen, aber auch Inlona Sharshatove und Julia Domashevich und Natalia Romanova dolmetschte wie gewohnt excelent. Die gesamte Dozentenschaft und mehr als 400 Studierende erwarteten die Gruppe im großen Hörsaal.

Von der ersten Sekunde an sprang der Funcke der Sympathie von JES auf das Publikum über. Die einzelnen Stücke wurden von den Studierenden mit Klatschen, Trampeln und Fingerschippen begleitet und die Gruppe wurde nach jeden Stück gefeiert wie weltberühmte Popstars und das sind sie nun wohl auch, zumindest in der kleinen Smolensker Welt werden sie über alles verehrt – und das haben sie sich redlich mit diesem Konzert erarbeitet. Es gab Szenenbeifall und aufmerksame Stille bei den leisen Werken. Eine Stimmung wie sie JES noch selten erleben durfte und deshalb wollte ein gewisses Grinsen nicht aus den Gesichtern der Künstlerinnen und Künstler weichen. Auch Gerd Reiner und Aleksej kamen mit den Moderationen gut bei den jungen Menschen an, sie trafen kurz aber pregnant den Nerv des Publikums.

Viele wollten mit der Gruppe fotografiert werden und die Meisten werden wohl auch am Freitag noch einmal kommen – das Kulturzentrum könnte aus allen Näthen platzen.

Das ,Programm ist insgesamt hart für die Gruppe, aber der Adrinalinspiegel ist inzwischen derart gestiegen, dass alle jede Belastung annehmen. Also geschwind  zu Mittagessen und dann zur Fotoausstellung irgendwo im Nirgendwo von Smolensk, aber mit beeindruckenden Fotos und einer extravaganten Inneneinrichtung.

Ein Genuss in Bildern und eine willkommene Entspannung nach dem noch immer nachwirkenden Konzert. So etwas kann man den Enkeln erzählen, obwohl die dann wahrscheinlich sagen werden: „Na ja, Oma erzähl du nur!“ Aber Oma und Opa waren hier und wissen, dass das alles wahr is!!!

Eine Stunde ist reserviert, um Geschenke für die Lieben zu Hause zu kaufen. Doch einige wollen nur einen Kaffee trinken und lernen das erste Mal Terra kennen – auch diesen Cappuchino werden sie so schnell nicht vergessen. Russland und unsere Partnerstadt sind eben doch ganz anders, als man sich das so in Hagen vorstellt – das muss man erlebt haben, nicht Backstage, sondern auf der Bühne.

Jetzt nur noch einen kleinen Snack im Cafe Samovar und dann in die Falle, während ein paar Unentwegt noch in einem Ateliere feiern.

24.10.2013, Donnerstag

Die Beschreibung des Wetters ist immer personenabhängig. Natascha sagt: „Es ist heute Morgen warm +4 Grad“. Na ja.

In der Gemäldegalerie werden wir schon erwartet. Tanja zeigt uns im Flur des 1. Obergeschosses die Ausstellung der Bilder von Franz Niessen.

Die smolensker Spezialisten haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Das Bild mit einer Kirche, die wir zunächst in Wjaisma wähnten, ist doch in Smolensk entstanden, aber es gibt sie heute nicht mehr. Sie wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.

Die Portraits der Geistlichen konnten inzwischen tatsächlich Menschen zugeordnet werden – die Namen der abgebildeten Personen sind nunmehr bekannt und von zweien liegen bereits Lebensläufe vor. Das Leben von Franz Niessen wurde auf einer besonderen Tafel beschrieben und die Tafel ist mit einem Foto versehen, das ihn beim Malen in Smolensk zeigt. Die Museumsfachleute haben im Zusammenhang mit den Bildern von Franz Niessen schon viel Neues Zutage befördert – wir sind gespannt, was sich daraus noch alles entwickeln wird. Es ist schon geplant, die Bilder in weiteren Museen auszustellen. Zu unser aller Überraschung erschien der Direktor aller Smolensker Museen und überreichte ein Dankschreiben an den Freundeskreis-Hagen-Smolensk. Er betonte in seiner Ansprache besonders die Geste, dass die Familie Niessen-Riederer und der Freudeskreis Hagen-Smolensk die Bilder nicht für sich behalten haben, sondern sie den Buergern von Smolensk schenkten.

Eine junge Frau führte die Gruppe durch die Gemäldegalerie und erläuterte besondere Werke. Auf Wunsch der Museumsleitung sang der Chor in dem unvergleichlich schönen gusseisernen Treppenhaus einige Lieder fuer die Bediensteten der Museen.

Im Teneshova Kulturzentrum nahmen wir erstmals, nach einen Empfang durch den Direktor, Saal und Buehne in Augenschein. Ohne Mikrofone wird es schwierig werden, aber es wird sicher fuer alle Fragen Loesungen geben. Es folgten noch zwei Gesangsproben und dann konnte wir uns die Design-Ausstellung und die Ausstellung der Bilder des Malers куинджи besichtigen – Erlaeuterungen durch eine kompetente Fuehrerin eingeschlossen. Es wurden viele Plakate von JES aufgehaengt und auch schon fuer die Preisverleihung unseres gemeinsamen Kunst-Wettbewerbes in Smolensk

Auf dem Weg zum Restaurant zog die Gruppe singend durch die Oktober-Revolutions-Strasse. Viele Passanten laechelten uns zu und die Schueler waren sofort mit ihren Handys dort, um zu filmen.

nach dem leckeren Mittagessen fuhren uns die Busse zur Kunsthochschule. Es wurde die Bitte geaeussert, der Chor moege doch in dem grossen Theater vor den Studenten singen und diese wollten fuer den Chor singen.

Man kennt JES inzwischen und der frentische Empfang eine logische Konsequenz. Auf der professionell ausgeleuchteten Buehne sang JES vier lieder und wurde wie gestern an der SHU gefeiert. Der Chor hat die jungen Smolenskerinnen und Smolensker erreicht. Gerd Reiner und Katja trfen mit der Moderation auch den Nerv der Studierenden. Der Folklorechor der Hochschule brillierte mit perfektem Gesang und gekonnten Tanzeinlagen. Diese Studierenden koennen mit ihrem Temperament auch einen Saal zu kochen bringen. Auf der Buehne kam es nach den Gesangseinlagen zu einem bunten Gruppenbild.

Leider war alles sehr abruppt zu Ende und die Leitung dieser Hochschuled trat auch nicht sonderlich in Erscheinung – man hatte den Eindruck, dass die Studierenden doch allein gelassen waren.

Alle wollen noch Ansichtskarten schreiben und Einkaeufe machen, aber es scheint die Luft oder die Kraft heraus zu sein und wir raffen uns noch zu einem Cafebesuch auf. Und dann gibt es auch schon wieder Abendessen.

Morgen frueh geht es schon ans Kofferpacken.

25.10.2013, Freitag

Unser letzter Tag in Smolensk ist angebrochen – Soundcheck ist verschoben, wir treffen uns erst zum Mittagessen. Das gibt jedem Zeit, seine /ihre Eindrücke etwas sacken zu lassen.

Was bleibt in Erinnerung? Sicher die vielen fröhlichen Gesichter der Menschen, die den Chor singen hörten, die Herzlichkeit mit der sich die Menschen uns zuwandten. Die interessanten Begegnungen mit den jungen Studierenden an vier Universitäten bzw. Hochschulen und auch am Musik-Kolleg. Die spontanen Gesangseinlagen: Im rusischen Hof, beim Oberbürgermeister, in der Straßenbahn, im Cafe Terra, auf der Oktoberrevolutionsstraße……. und das Gefühl, dass man gern noch etwas länger in Smolensk geblieben wäre, insbesondere auch wegen der liebevollen Betreuung durch Katja, Lena, Oleg, Aleksej und die vielen Helfer im Hintergrund. Und ganz besonders, dass ein Hotel in Russland sein Frühstücksangebot von einem auf den anderen Tag fast völlig umstellen kann – von warmen Speisen auf Bütterkes. Wir sagen auch an dieser Stelle bolshoi spassibo!

Einzelne schauen sich den Bahnhof an, andere gehen noch in die Stadt zum Einkaufen oder in die Gemäldegalerie.

Der Soundcheck war nicht unkompliziert – viele kleine Veränderungen sind erforderlich, aber die Akustik ist schwierig, entweder ist es für den Chor gut oder für die Zuhörer. Eine Balance zu finden ist das Problem.

In den Kulturzentrum sind zwei tolle Ausstellungen zu sehen – zum Einen Grafik und zum Anderen Klassik:

Durch den Glinkapark spazieren wir zur Oktober-Revolutions-Strasse – in der Allee stimmt der Chor einen seiner Ohrwürmer an. Die Gesichter der Passanten erhellen sich und keiner kann ein Lächeln unterdrückten. Viele Schulkinder filmen mit ihren Smartphonen diese Situation.

Wie immer war auch heute wieder eine Tafel mit russischen Spezialitäten für uns aufgebaut. „Dascha“ und ihre Kolleginnen haben uns toll umsorgt und deshalb singt der Chor für die Beschäftigten des Restaurants ein Lied, dass auch die Inhaberin des Hauses, Galina Beresina, ins Restaurant lockt.

Da sich alles ein wenig verzögert hat, fahren wir mit den Bussen unmittelbar zur Ausstellungseröffnung von Alexander Dolossov. Über zwei Etagen hatte Alexander seine Exponate im Haus den Künstlerverbandes von Smolensk aufgehängt. Ein Jazz-Formation spielte und unzählige Gäste waren gekommen. Zwei Fernsehsender, eine Zeitung und ein Rundfunksender berichteten. Nur mal so nebenbei – wenn es bei uns in Hagen nur halb so viel Aufmerksamkeit für die Kunst gäbe, würden alle Kunstschaffenden in euphorischem Jubel ausbrechen.

Auf dem Weg zum Kulturzentrum muss noch trinkbares Wasser gekauft werden – der Supermarkt wird aller seiner Vorräte beraubt. Im Kulturzentrum werden wir bereits erwartet und alles ist wie besprochen gerichtet.

Es beginnt ein Ansturm der  Zuschauer auf das Zentrum, auch die Studierenden, die Gerd-Reiner eingeladen hat, sind zeitig gekommen. Der Zuschauerraum wird voll werden. In dem kleinen Besucherzimmer drängen sich die Jessies zum Umziehen.

Wie schon erwartet sagt der Oberbürgermeister ab – er soll in wichtigen Geschäften unterwegs sein. Aber es sind viele Freunde gekommen, die die die Gruppe in dieser Zeit gewonnen hat. Smolensk ist für „JES“ eine neues Zuhause geworden. Und viele Studierende der Universitäten, Hochschulen, des Musikkollegs und viele weiter Menschen sind glühende Fans der Gruppe. So wird „JES“ auch im Kulturzentrum empfangen und legt ein Konzert der Extraklasse hin. Selbst der alte Veteran mit seinen vielen Orden in der ersten Reihe ist von der Musik begeistert. Viele Vertreter der unterschiedlichsten Medien begleiten das Konzert: GORODNEWS.ru, Komsomolskaya Pravda (auf dieser Internetseite), Komsomolskaya Pravda Original,

JES bedankt sich stilvoll bei Katja, Elena, Oleg und Aleksej und selbst an mich haben sie gedacht – wer hätte das gedacht.

JES hat zwar nicht in Las Vegas Karriere gemacht, aber in Smolensk Furore und wenn sie dereinst oder demnächst zurück kehren, muss schon eine riesige Lokation bereit stehen, um den Andrang zu bewältigen.

Film auf youtube

Heimatliche Folklore darf nicht fehlen:

Autogramme werden reichlich geschrieben und Adressen ausgetauscht.

Und wieder drängt die Zeit, denn in Smolensk werden neuerdings gegen 23 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt – alle lokale schließen. Auf den letzten Drücker erreichen wir die „Mandarin Gans“ und in vierzig Minuten schaffen es alle noch reichlich Futter aufzunehmen und ein Bierchen gemeinsam zu trinken.

Bis Morgen früh um 7 Uhr zur Abreise nach Moskau.

Ach, im Hotel soll es schwierig gewesen sein, noch ein Schlückchen des bekannten russischen Feuerwassers zu bekommen. Aber wirklich gestört hat das niemanden.

26.10.2013, Samstag

Akelsej ist schon um 5 Uhr durch die Stadt getrabt, um frische Luft zu schöpfen – jetzt geht das noch. Am Kammertheater steigen wir zu Oleg in den Skoda und fahren nach Krasnij Bor zum Hotel. Das sitzen sie noch beim Frühstück, doch die Koffer sind schon gepackt und verschwinden nach und nach im Gepäckbus.

Auf der Fahrt nach Moskau dösen die meisten vor sich hin – es ist ja auch noch dunkel und das sonore Geräusch des Motor und das sanfte auf und ab der Autobahn helfen dabei. Aber nur is zur nächsten Bodenwelle.

An Hochhaus-Trabantenstädten (man fragt sich warum die Menschen hier leben und nicht in einer schönen kleinen Stadt in Russland) vorbei fahrend, erreichen wir in Moskau den Platz des Sieges. Oleg instruiert alle über notwendige Verhaltensregeln und dann kaufen wir U-Bahnkarten und auf geht es zum Roten Platz – es sind nur vier Stationen. Wie immer ist die U-Bahn sehr voll, aber wir sehen doch drei der sehr alten Bahnhöfe.

Auf dem Roten Platz halten wir erst einmal inne. Jeder muss sich umblicken, um das zu Sehende zu erfassen – historisches Museum, Kremlmauer, Uhrenturm, die Erlöserkirche und das Kaufhaus GUM. Auffällig ist, das sehr viele Brautpaare zu sehen sind, sogar Farbige, die eine Russin geheiratet haben. Man gratuliert, fotografiert und nimmt eindrücke auf, auch der Name Rust ist zu hören und Pussy Dingens. Aber singen will leider keiner mehr. Unser kleiner Rundgang führt um die Kirche und nach einem Blick auf die Moskwa gehen wir ins Kaufhaus GUM. Das ach so leckere Eis wird verschmäht, doch ein paar Bissen zu Essen und etwas zu Trinken gestatten wir uns im zweiten Obergeschoss. 120 Jahre ist Gum in diesem Jahr alt geworden – auch für diesen Kuxustempel ein schönes Ereignis, aber die Gruppe singt auch hierzu nicht, obwohl sich doch die Brücken dazu besten eignen würden: Popstars können schon einmal schüchtern sein. Aber nur einmal. Einzelne kaufen sogar hier ein, ja es geht auch preiswert.

Sind alle Da? Ja, ja und so traben wir los zur Ewigen Flamme an der Kremlmauer. Erst hier bemerken wir, dass Oliver und Nicole fehlen, das tut mir bis jetzt noch leid, Ihr beiden. Flugs eilen wir zurück und erreichen sie noch bei vereinbarten Treffpunkt: Louis Vuitton.

Die nächste U-Bahnfahrt währt nur zwei Stationen bis zum Pawelezki-Bahnhof. Über winklige Steige erreichen wir die Kassen des Aero-Express. Für 8 euro pro Nase sind wir dabei, noch einmal müssen einige zur Keramikabteilung, bevor wir an dem langen Zug vorbeigehen und in einen der vorderen Wagen steigen. Diese 45 Minuten Fahrzeit sind schnell vorüber. Unser Gepäckbuss erwartet uns  bereits am anderen Ende des Flughafens.

Die Koffer werden schon am Eingang durchleuchtet und an mehreren Schalter, so um die Nummer 131 oder so, könne wir das Gepäck sofort abgeben und erhalten unsere Bordkarten. Der Abschied von Oleg, Aleksej und Elena fällt schwer, ist aber sehr herzlich – winken bis wir uns nicht mehr sehen. Nach intensiven Kontrollen finden sich alle wieder. Gerd-Reiner stellt anerkennend fest, dass ich doch manchmal das richtige sage, denn das Abfluggate oder wie das Ding auch immer heißt, wird selbstverständlich verändert.

Der Rückflug dauert etwas länger als der Hinflug, aber wegen der Zeitverschiebung ist die Ankunftszeit fast mit der Abflugzeit identisch. Wir sind wieder da, wehmütige Abschied – ich hab mich sehr an Euch gewöhnt. Nehmt von all dem, was ihr erleben durftet ein wenig mit auf euren weiteren Weg!!!

2013.11.05. Dankesbrief von JES an die Mitglieder des Freundeskreises Hagen-Smolensk.

Zehn Jahre akademischer Austausch zwischen der Smolensker Humanistischen Universität und dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung

Im März vor zehn Jahren reiste die erste Gruppe der Smolensker Humanistischen Universitä, geleitet von Dr. O.Ilina und L. Balakina zum Austausch zum Studienseminar nach Hagen. Nach fünf Jahren wurde ein neuer Vertrag geschlossen, um diesen Austausch zwischen den beiden Einrichtungen zu festigen.

Als Nachfolger des Studienseminars führt das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) dieses erfolgreiche Austauschprogramm weiter – nunmehr mit Referendaren und Referendarinnen aus Hagen und jungen Deutschlehrerinnen- und Lehrern aus Smolensk.

Am ersten Tag des Besuches in Hagen, wurde die Gruppe im Rathaus an der Volme empfangen und von Peter Mook durch die Räume geführt. Es folgte ein kleiner Rundgang durch die Innenstadt von Hagen, um den Gäste eine erste Orientierung zu geben.

Rundgang durch die Innenstadt von Hagen.

In den Räumen des ZfsL wurden die Gäste am Abend willkommen geheißen.

Bereits am ersten Abend wurde eine Maßnahme zur Verbesserung der Transparenz der Aufenthalte und der dabei gewonnenen Erfahrungen eingeführt. Die russischen Teilnehmerinnen werden zum Ende des Aufenthaltes eine Dokumentation in Form von vier Powerpoint-Präsentationen vorlegen. Alle sind schon sehr gespannt was die russischen Gäste als wesentlich deuten und mitnehmen werden.

Einer der ersten Programmpunkte war die Teilnahme am Unterricht im Ricarda-Huch-Gymnasium:

Besuch in der Astrid Lindgren Grundschule in Hagen-Delstern.

Am Donnerstag wurde am Tag der Berufskollegs das Käthe-Kollwitz-Berufs besucht:

Die Hospitationen der ersten Besuchswoche wurden mit dem Besuch des Karl-Enst-Osthaus-Museums und des Emil-Schumacher-Museums abgeschlossen.

Am Samstag gibt es den obligatorischen Ausflug nach Köln,

Der Sonntag gehört den Gastgebern und ihren Gästen. Es wurden schöne und interessante Ausflüge unternommen – u.a. in das Freilichtmuseum in Hagen; Fotos von A. Ilina und HW Engel

Zum Abschied hatte der Freundeskreis ins China Restaurant „Kota Radja“ eingeladen. Wie immer hat das Team von Chin Hu eine tolle Tafel gedeckt und uns die Möglichkeit eröffnet, Präsentationen zu zeigen. Die Präsentationen ermöglichten allen Beteiligten einen Rückblick auf die vergangenen 10 Tage. Die Vortragenden verdeutlichten, dass die Deutschlehrerinnen und Studierenden sehr viele positive Eindrücke nach Smolensk mitnehmen.

Sodann konnte der 10. Jahrestag dieses Austausches, auch im Beisein von Frau Dr. Olga Engel, die den ersten Vertag 2003 mit Herrn Günter Grundmann unterzeichnete, gefeiert werden. Fotos von Aleksandra Ilina:

Die in diesem Artikel veröffentlichen Fotos stammen von verschiedenen Reiseteilnehmern, die uns autorisiert haben, die Fotos zu präsentieren.

Reisebericht der Gebrüder POWERONOFF – Spetember 2013 in Smolensk

Besuch zum 1150. Stadtjubiläum in Smolensk

19.09.2013 Reisetag der Vorhut

Bei strahlendem Sonnenschein fliegt der rot-weiße Jet gen Osten. Auf dem Bildschirm über den Sitzen ist Moskau schon angezeigt.

Aber bis wir in den Flieger durften, waren drei Passkontrollen angesagt. Das ist neu in Düsseldorf. Das Gate für den Abflug wird jetzt auch so oft geändert wie in Moskau-Domodjedowo, erst irgendwo bei Terminal B, dann C44 und letztlich C37. In kleinen Grüppchen stiefeln die überwiegend russischen Fluggäste durch den Tentakelarm des Terminals  in den Bauch des Flugzeugs.

Deutschland liegt von jetzt an zwei Wochen hinter uns – kein Wahlgetöse, keine bedrohlichen Nachrichten aus Syrien. Wir dürfen uns auf viele wahrscheinlich einmalige Kulturveranstaltungen in Smolensk freuen.

Riesiger Andrang bei der Passkontrolle in Moskau, Hunderte wollen zu den Kontrollhäuschen. Die Koffer sind schon da und im Nu vom Laufband gefischt. Es folgt ein langer Marsch durch die Flughafenhallen zum Aeroexpress. Aber wo sind die Kassen, um Karten für diesen Schnellzug zu kaufen. Eine gelangweilte Frau, die wir fragen, macht eine eher nachlässige Handbewegung in irgendeine Richtung. Auch ohne diesen komischen Hinweis finden wir endlich drei Kassen. Die Preise entsprechen denen des VRR bei uns – für russische  Verhältnisse ist der Preis sündhaft hoch – fast das Zehnfache wie vor sechs Jahren. Moskau ist in jeder Beziehung sündhaft teuer. Der Aeroexpress verspricht jedoch nicht, was der Name andeutet; er zuckelt mit wenig Express dahin. Am Pawelezkij-Bahnhof herrscht wegen der Baustelle und der vielen Menschen ein ziemliches Gewusel.

Die Moskauer sind in der U-Bahn, wie gewohnt, mit grimmigen Minen unterwegs.

Die nächste Sünde erleben wir beim Kauf der Fahrkarten nach Smolensk. Die Sitzplätze sind ausverkauft, doch es gibt noch ein paar Betten unter dem Wagondach zu kaufen – machen wir, ohne mit den Zähnen zu knirschen. Der Tee im Zug ist einsame Spitze und wird in schönen Gläsern serviert, die an den Zweiten Vaterländischen Krieg erinnern. Manches in der russischen Eisenbahn ändert sich, gottlob nie!

Zwischen Moskau und Berlin soll es ab 2015 eine ICE-Verbindung geben, behauptet ein Mitreisender. Na, da muss Herr Putin aber noch tief in die Schatulle greifen, um die maroden Schienen von Moskau bis Smolensk zu ersetzen. Von einer Flugverbindung zwischen Dortmund und Smolensk könnte man auch träumen und das wäre wahrscheinlich auch kostengünstiger.

Der erste Eindruck bei der Ankunft am Bahnhof in Smolensk: Es fährt keine Straßenbahn mehr dorthin und die Schienen sind von Teer bedeckt. Die neue Promenade am Njepr wird von vielen Laternen beleuchtet, doch die Brücke über den Fluss ist noch immer nicht fertig.

20.09.2013

Der erste Tag in Smolensk. Heute fliegt Hagens politische Prominenz nach Moskau/Smolensk – Oberbürgermeister Jörg Dehm, 1. Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, Bürgermeisterin Brigitte Kramps sowie Peter Mook beehren Smolensk mit einem Kurzbesuch. Zwei Nächte, wohl ohne viel Schlaf, viele Termine und dann geht´s zurück zur Wahlparty nach Hagen. Mal sehen, wer dort etwas zu feiern hat oder todmüde in der Rathauslobby einschläft.

Es regnet, als wolle der Himmel Smolensk noch vor dem großen Fest eine Rundumwäsche verpassen. Einige renovierte Häuser haben noch keine Fallrohre an den neuen Dachrinnen – die Wassermassen rauschen wie ein Wasserfall auf die Sovjetskayastraße. Auf den Bürgersteigen dieser Straße werden neue Zäune zur Fahrbahn hin aufgebaut – undisziplinierte Fußgänger sollen vor noch undisziplinierteren Autofahrern bewahrt werden.

Die Smolensker Raiffeisenbank ist immer eine gute Adresse, um Euros in Rubelchen zu tauschen, aber auch um neue Kontakte zu knüpfen. Wir haben positive Nachrichten für Herrn Lehr in Hagen. Man kann sich gute Kontakte vorstellen mit der Spardabank in Hagen vorstellen.

Unbedingt ist mit einem Vorurteil aufzuräumen – es gibt sie, die ehrlichen Menschen in Russland. Im Café Samowar wurde ein verloren gegangenes Mobiltelefon gefunden und dem Verlierer zurückgegeben – riesige Freude!! Kurz darauf gab es einen Hinweis auf die Eröffnung des neuen Teneshowa-Kulturzentrums.

Ist ja nicht weit bis dorthin und schon stehe wir in einer einladenden Empfangshalle, in der sich zahlreiche frisch getraute Paare ablichten lassen. Inmitten von alldem prangt in einer strengbewachten Vitrine die Krone der Zaren Russlands, über und über mit Smolensker Diamanten besetzt. Extra aus Moskau zum Stadtjubiläum nach Smolensk verfrachtet – ein überwältigender Anblick.

In der tollen Veranstaltungshalle werden die Gebrüder POWERONOFF am 27.09.2013 um 19.30 Uhr auftreten. Der Direktor des neuen Kulturzentrums und sein PR-Mitarbeiter namens Sergej strotzen vor Tatkraft – das ist überzeugend und eine Demonstration wie sehr man sich für die Gäste einsetzt. Am liebsten würden sie die Gruppe noch in benachbarte Städte schleifen – ob die Gebrüder das schaffen? In der Halle ist eine sehenswerte Ausstellung der Smolensker Fotografen gestaltet worden – echte Fotokunst, wie diese, sieht man selten.

21.09.13

Trübes, regnerisches Wetter liegt über der Stadt, die heute so viel feiern möchte. Hoffentlich bleibt es trocken!

Die Stadtoberhäupter Hagens sind gut in Smolensk angekommen. Sie machen mit einer großen Gruppe, die aus Delegationen aus anderen Partnerstädten besteht, einen Rundgang durch die Innenstadt von Smolensk. Eine erste Visite wird dem Smolensker Puppentheater abgestattet. Ein Puppentheater wie es interessanter nicht sein kann.

Die Stadt ist hermetisch abgeschlossen. Überall gibt es Polizeikontrollen, Polizisten patrollieren durch die Stadt. Die Menschen sind trotzdem fröhlich. Auf dem Markt der Kunsthandwerker von Smolensk begegnen uns einzelne Personen aus Hagen. Herr Beyel und Frau Zölzer sind von ihrer bisherigen Reise sehr angetan.

22.09.13

Endlich scheint die Sonne!

Mit dem Kleinbus wird die Stadt durchquert. Alexej Dovgan stellt sein neues Atelier vor. Es ist hell, freundlich und die Atmosphäre in diesem Raum hat etwas besonderes, aber es ist nicht zu beschreiben. Die Auftritte von POWERONOFF werden vorbereitet – die Gebrüder sind gerade mit dem längsten „Nighttrain“ der Welt auf dem Wege nach Smolensk.

Die Übergabe der Bilder von Franz Nießen wird organisatorische geklärt, Übersetzungen müssen geschrieben werden, weitere Texte für die Gemäldegalerie und die Presse. Neben der Arbeit, wie immer, lecker gegessen!!

Am Abend gab es einen Empfang für die Hagener Delegation durch den Verein Smolensk-Hagen – gewohnt sehr üppig und mit einem Konzert einer Smolensker Gruppe. Die kommende Nacht wird kurz.

23.09.13

Um halb vier am Morgen klingelt das Telefon. „Wir warten schon mit dem Bus auf euch!“ ist die freundliche Aufforderung, schnell in die Hufen zu kommen. Die Stadt ist leer, kein Mensch ist auf den Beinen und kein Auto unterwegs. Am Bahnhof sind einige Menschen, aber sehr viele Taxen.

Der Zug aus Basel ist für Gleis vier angemeldet und fährt gemächlich ein. Die Gruppe ist im ersten Schlafwagen und steht schon auf dem Bahnsteig, als wir sie erreichen. Herzliche Begrüßung – endlich ist die lange Reise zu Ende. Wir stellen Oleg Krolikov vor und dann geht es mit dem schweren Gepäck über die Hochrücke mit den ausgewaschenen Treppen über die Geleise hinweg zum Bus und nach zehn Minuten sind wir am Hotel mit den acht Sternen auf dem Dach. Wolfgang wagt sich sehr tief in den Bauch des Busses, so dass ihm die schwere Klappe auf die Waden knallt. Hochachtung, dass die Wadeln diesen Schlag ausgehalten haben. Schlüssel geschnappt, Pässe abgegeben und ab in die Betten – und noch eine Mütze Schlaf bis 11 Uhr nehmen.

Kleiner Stadtrundgang mit Visiten bei Herrn Glinka, Herrn Twardovskij, Herrn Parfeonov, der Stadtmauer und der Kathedrale. Der erste Besuch dieses Gotteshauses ist für jeden Gast eindrucksvoll. Danach die vielbefahrene Sovjetskayastraße dort überquert, wo es nicht sein darf und überlebt. Noch ein kurzer Abstecher auf dem Weg in die Stadt. Die zweite Spielstätte (Kulturzentrum Teneshowa) übertrifft alle Erwartung der Band. Nastia Lebed, die Fernsehjournalistin, ist auch dort und erzählt, dass sie die Fernsehaufnahmen bereits geplant hat.

Die Stadt ist nach wie vor hermetisch abgeschlossen. Überall gibt es Polizeikontrollen, Polizisten patrollieren durch die Stadt, aber alles wird sehr locker gesehen. Die Menschen sind fröhlich. Auf dem Markt der Kunsthandwerker von Smolensk begegnen uns einzelne Personen aus Hagen. Herr Beyel und Frau Zölzer sind von ihrer bisherigen Reise sehr angetan.

Am Nachmittag streben Tausende zum Dnjeper, um die Eröffnung der Promenade zu erleben. Die Kunstflugstaffel der russischen Armee soll dabei im Tiefflug über Smolensk fliegen. Kurz bevor das große Ereignis beginnen soll, wird die Ankunft der Flugstaffel abgesagt – wegen des schlechten Wetters. Aber es ist doch nur bewölkt! Wenn die russische Luftwaffe nur bei gutem Wetter fliegen kann, scheint einiges im Argen zu sein.

Die Menschenmassen kommen uns enttäuscht aus Richtung Dnjeper entgegen. Als wir die Promenade erreichen, wird deutlich, dass nur etwa 150 Meter der Promenade und dann auch nur der obere Teil fertiggestellt sind. Im Übrigen ist es eine Baustelle, auf der noch immer ca. 20 usbekische „Facharbeiter“ werkeln. Bei dem Zustand dieser Baustelle – die Zugänge sind nicht fertig, die Treppen eine Katastrophe, unterer Teil ist noch Großbaustelle- hätte kein normaler Mensch zur Einweihung ein Sportflugzeug vorbei geschickt. Dieser Zustand ist für die Smolensker Bürger sehr bedauerlich, denn die Vorfreude auf das Ereignis war allen ins Gesicht geschrieben. Aber das wird auch gelassen übersehen.

Die Armada tausender Menschen stapft zurück in die Stadt und überflutet Cafe´s, Bar´s und Restaurant´s. Auf vielen Bühnen gibt es Musik und reichlich Unterhaltung.

Freunde kehren im Cafe „Seli-pojeli“ (deutsch „gesessen, gegessen“) ein. Man bestellt Bier der Marke „Sibirische Krone“, dazu Käse und Brot, andere bestellen Mate-Tee und Schokoladeneis. Das völlig überforderte Personal kommt nach ca. 5 Minuten und erklärt es gäbe keine „Sibirische Krone“ mehr, nur noch lebendiges Bier – das wird dann bestellt mit drei kleinen Vodka. Nach ca. 10 Minuten wird mitgeteilt, es gäbe auch keinen Mate-Tee mehr. Na, guuuuut, dann eben irgendeinen Tee. Als erstes kommt das Eis, aber es ist Vanilleeis und kein Schokoladeneis, auch guuut. Große Freude – es gibt lebendiges Bier –  trübes Hefeweizen. Und der Vodka kommt nach weiteren fünf Minuten mit dem Tee. Die Bier- und Vodkatrinker haben schon fast einen im Tee, aber der Käse und das Brot zum Bier lassen noch immer auf sich warten. Es wird gefeixt, wie und wann wohl Käse und Brot fabriziert werden, aber nach einer Stunde entschließt man sich zu zahlen. Jetzt kommen Käse und Brot, sozusagen als Picknick für den Weg – „Seli-Pojeli“ – „gesessen, nichts gegessen“.

Und wie das Leben so spielt – russische Freunde laden zum essen ein – alles Köstlichkeiten!!!!! Und die Jubiläumsfeier ist gerettet. Das Feuerwerk ziert den Himmel!

24.03.13

Es regnet noch immer – die Smolensker haben wirklich Pech mit dem Wetter. Doch unsere Stimmung ist ungetrübt.

Um 11 Uhr empfängt uns das neue Stadtoberhaupt von Smolensk, Herr Pawlow. Er wirkt etwas nervös, doch als Wolfgang die Gebrüder POWERONOFF vorstellt, löst sich die Spannung und es gibt ein humorvolles Gespräch, während dessen die Gruppe dem OB ein POWERONOFF-Hemd schenkt, das er zum Konzert tragen will. Wir sind gespannt, ob er es ernst meint. HWE stellt den Freundeskreis Hagen-Smolensk vor und die Gruppe mit ihren „Künstlernamen“. Natürlich überreicht auch der OB Gasgeschenke, die neugierig von Martin und Jens betrachtet werden.

Bericht in der Komsomolskaya Pravda

Nach einem kurzen Abstecher in den Russischen Hof geht es in die gegenüber liegende Gemäldegalerie. Zu unserem Erstaunen stehen Aleksej Dovgan und Lena Chmurowa an der Tür – Lena wird dolmetschen. Wir müssen die obligatorischen blauen Schühchen anziehen und über die wunderschöne gusseiserne Treppe hinauf in die dritte Etage steigen. Welch eine Freude, die vielen bekannten Gesichter zu sehen. Der Gitarrist und Komponist Prof. Victor Pawlushenko und acht weitere Gitarristinnen und Gitarristen erwarten uns. Und dazu noch die Sopranistin Olga Fedossenkova. Mit vielem hätten wir gerechnet, aber nicht mit so vielen lieben alten Freunden. Die Musiker liefern ein hinreißendes Konzert. Der Bassist Thilo ist so begeistert, dass er sich ein Gruppenfoto mit den Smolenskern wünscht – einmal mit richtigen Gitarristen auf einem Bild zu sein ist das Größte. Wird natürlich realisiert, und zwar mit allen Musikern zusammen.

Die Freunde zu treffen war überwältigend!!!

Für seine Filmaufnahmen brauchte Michael eine Stimmgabel – auch die war im Handumdrehen organisiert.

Jetzt noch lecker bei „Victoria“ essen und dann den freien Nachmittag gestalten.

17.30 Treffen mit dem Direktor des Tenesheva Kulturzentrums. Alle  Fragen sind geklärt – jetzt muss nur noch gespielt werden.

Am Abend haben wir den Direktor des A-Clubs und seine Frau kennengelernt.

25.09.13  – Der Tag des Sieges

Es ist kalt geworden in Smolensk. Die Band fährt schon in aller Frühe zum Bahnhof, um dort Filmaufnahmen zu machen. Auch auf der Stadtmauer und in einem von Feuer teilweise zerstörten Turm werden Filmaufnahmen gedreht.

Ab 10 Uhr schauen wir uns die Militärparade an – es leben noch einige Veteranen, die dieses Ereignis nun schon seit vielen Jahren mitgestalten dürfen. Sie sind über und über mit Orden behängt und für die jungen Menschen in der Tat Zeitzeugen aus einer anderen Welt – doch sie genießen großen Respekt, zumindest an diesem,  ihrem Tag.

Nach der Parade fliegt endlich die Kunstflugstaffel der russischen Luftwaffe über Smolensk.

Eine tolle Veranstaltung wird heute die nächste ablösen. Wir sind gespannt!

Nach dem Essen besuchen wir kurz das Festival der Blaskapellen am Tjorkinplatz – viele Veteraneninnen und Veteranen genießen dieses Konzert, das wahrscheinlich nur für sie veranstaltet wird.

Wir ziehen weiter, denn es sind noch Andenken für die daheim Gebliebenen zu kaufen.

Endlich etwas Zeit für jeden – Karin und Udo sind ein wenig erkrankt. Am Nachmittag geht es zum Eishockey. Der Minibus bringt uns in die eiskalte doch sehr moderne neue Eishalle.

Kalter Po ist garantiert, weil wir keine Sitzkissen finden. Aber dass Spiel der Smolensker Mannschaft erwärmt uns von der ersten bis zur letzten Minute – am Ende hat die Mannschaft den Gegner 15 : 0 deklassiert.

Nach dem Essen ging zurück zum Leninplatz, um dort später Ljube, den berühmtesten russischen Chosson-Sänger, zu hören. Und natürlich den Salut zu sehen – das Feuerwerk zum Abschluss des Abends.

Viele Menschen machen sich auf den Weg, um das Konzert zu sehen.

Das Konzert von Ljube war für die Smolensker der Höhepunkt aller Feierlichkeiten. Es war toll dabei zu sein.

Die Smolensker begeben sich auf den Heimweg:

Abschluss ein tolles Feuerwerk – gigantisch!!

26.09.2013

Endlich etwas Sonnenschein. Der Besuch an der Staatlichen Uni verschiebt sich um zwei Stunden. Also auf zu Filmaufnahmen in die Zentralbibliothek. Doch die Direktorin hat wenig Verständnis für unser Anliegen – werden wir eine andere Lösung finden. Oleg hat sie – es wird Filmaufnahmen in der Bibliothek eines Freundes geben.

Kurz entschlossen traben Arne, Jens, Martin und HWE die Sovjetskya hinunter zur Markthalle. Die tief stehende Sonne verhilft uns zu eindrucksvollen Fotos. Hinter der neuen Fußgängerbrücke erreichen wir die Markthalle. Viele unterschiedliche Düfte dringen in die Nasen – hier die schönen Rosen dort das bratfertige Fleisch. Das Fleischerhandwerk ist in der Halle kein Geheimnis, sondern es wird frei sichtbar ausgeführt. Schafe, Rinder und Schweine werden als Ganzes in die Halle getragen und hinter den Verkaufsständen von emsigen Metzgern zerlegt. Ein Anblick wie wir ihn in Deutschland nicht mehr erleben. Man sieht, dass die Waren sehr frisch sind.

„Würde man das in Deutschland auch so sehen, wäre der Fleischkonsum wahrscheinlich geringer.“ meint Arne. Fische, Käse, Süßigkeiten Gemüse, koreanische Spezialitäten …. stehen im Angebot, und zwar sehr appetitlich ausgestellt.

Es werden Smolensker Pralinen für die daheim Gebliebenen gekauft.

Am Hotel warten schon alle, denn wir haben den nächsten Termin – ein Gespräch mit Deutschstudentinnen an der Staatlichen Universität – sie liegt nur wenige Schritte vom Hotel entfernt. Prof.´in Dr. Larissa Njubina empfängt die Gruppe und nach einer kurzen Vorstellung der Delegation entwickelt sich ein lebhaftes Gespräch. Die jungen Damen wollen heute Abend alle zum Konzert kommen.

Die Zeit drängt, deshalb müssen wir geschwind zum Hotel und Bandequipment und weiter Utensilien in den Bus packen, denn nach dem Essen geht es sofort weiter zum „A_Club“.

In einer an Schlaglöchern reichen Straße, aber zugleich unscheinbaren Gasse, stehen wir vor ein schwarzen Tür. Ein winziges Schild verrät, dass hier der „A-Club“ ist. Und was das für ein Club ist: tolle große Bühne, irre technische Ausstattung, kleine Bar, im Obergeschossviele Sitzecken mit gutem Blick zur Bühne und noch etwas höher ein Restaurant mit Bar, netten Tischen und einer gemütlichen Ecke. Dort ist auch ein altes Klavier, auf dem Martin und Jens sofort spielen. Wolfgangs Resumee: „Geile Bude“.

Die Technik wird vervollständigt, es wird getestet und geprobt, auch die Moderation, die Aleksej Dowgan übernehmen wird.

Ein Durchlauf des Programms wird als Test gespielt. Als es an die russische Hymne gehen soll, steht Thilo plötzlich auf – sein Kreislauf macht Probleme. Er ist aber gut versorgt und wir hoffen, dass er zur Vorstellung weder fit ist. Wie sich später herausstellt hat es auch Aleksej erwischt – er ist ohne zu klagen plötzlich verschwunden.

Was ist nun mit dem Konzert?

Eine halbe Stunde vor dem Konzert ist Thilo wieder auf den Beinen und da steht plötzlich auch Aleksej – er hat sich zu Hause zwanzig Minuten in heißes Wasser gelegt, denn  er hatte auf der Bühne sehr gefroren. Die Ursache für das Maleur mit Thilo und Aklesej war ein offenes Fenster hinter der Bühne.

Den Verlauf des Konzerts beschreibe ich hier nicht, denn das was wir dort erlebt haben glaubt uns sowieso keiner. Nur so viel: Die Band war in superform – besonders Arne, das Publikum hat getrampelt, gejohlt, gepfiffen und gefeiert, selbst die haevy metal-Rocker waren nicht mehr zu halten, viele Fotografen, TV und eine Internetzeitung waren da. Volles Haus und die Stimmung einfach unbeschreiblich. 30 Minuten Zugaben!!!

Fotos vom Konzert vor Sergej Korobeshko:

Das Konzert in schwarz/weiß, so wie die Gebrüder POWERONOFF nun mal sind:

Es gibt eine große neue Fangemeinde für die Gebrüder POWERONOFF.

Mit Vassily und seiner Frau essen wir zu Abend und erst spät in der Nacht finden alle ihre Quartiere. Die Band braucht wohl noch etwas länger, um das Erlebte zu verarbeiten.

27.09.2013

Eine Premiere steht Heute an. Im Teneshewa-Kulturzentrum, dass vor drei Wochen eröffnet wurde, gestalten wir das allererste Konzert – auch die Mitarbeiter des Zentrums sind gespannt, denn man weiß nichts über die Akustik und die neue technische Einrichtung muss auch ihre Feuerprobe bestehen.

Sacha, der stellvertretende Direktor, erwartet und bereits. Das Personal im Zentrum und die Band gehen Konzentriert zu Werke und nach 90 Minuten ist schon alles gerichtet – Arne tauscht noch den Verstärker mit Martin und dann ist in der Tat alles perfekt. Wir sind von der Bühne und dem ganzen Amiente in diesem Zentrum angetan und zu unserer Freude hören wir, das JES im Oktober auch hier auftreten kann – genial!!!

Nach dem Mittagesen gehen die meisten einkaufen, denn die Lieben zu Hause sollen Andenken aus Smolensk bekommen. Oleg fährt mit Michael, Jens, Martin, Katja und HWE richtung Krasnibor ( das heißt schöner Wald). In unmittelbarer Nähe von Smolensk liegt dieses wunderschöne Waldgebiet. Michael macht Filmaufnahmen für die Band und Oleg und HWE besichtigen ein neues Sporthotel. Es ist ein sehr schön gelegenes Hotel mit Hallenbad und vielen weiteren Einrichtungen – völlig unüblich für die meisten anderen Hotels in Smolensk.

Zurueck in der Stadt haben wir noch etwas Zeit, um Kaffee oder Tee zu trinken – ganz nach dem eigenen Empfinden. Und dann geht es auch schon los im neuen Kulturzentrum von Smolensk. Der Soundcheck wird zu einen Klacks, weil alles perfekt gerichtet ist – hier hat man an nichts gespart – einfach toll!! Das Konzertkann beginnen und wie erhofft, stroemen die Zuschauer in Scharen in den Konzertsaal – zu unserer Freude sind es ueberwiegend junge Menschen und viele, die das Konzert gestern schon besucht haben. Es sind auch deutsche Besucher gekommen – junge Turnerinnen vom TSV Kabel.

Die jungen Turnerinnen aus Hagen bringen schon nach den ersten Toenen solch eine Stimmung mit, dass das restliche Publikum sofort mitmacht. Und die Band wuppt zurueck. Das Konzert uebertrifft noch einmal das gestrige – Zugabenum Zugaben werden gespielt. Ein tolles Zusammenspiel zwischen Band und Publikum und als die Band zum Schluss die russische Hynme spielt brechen alle Daemme – wie auf ein Komando springt das Publikum auf um singt mit. Das vergisst niemand mehr, der dieses Konzert miterleben durfte!!!

Film von REN-TV (Anastasi Lebed) zum Konzert. Bericht der Smolensker Zeitung; Fotogalerie in der Komsomolskaya Pravda; Bericht in der Smolensker Komsoloskaya PravdaKP Interview

Die gesamte Gruppe geniesst danach das spaete Abendessen mit einem Gast aus Moskau, der leider zu spaet zum Konzert gekommen ist.

Facebookseite der ‚Gebr. POWERONOFF, gestaltet von Thilo Heß

28.09.2012

Noch in der Nacht darf sich das Geburtstagskind Wolfgang im Hotel feiern lassen. Nach dem tollen Konzert muss das auch sein!!! Von hier aus herzliche Glückwünsche, kuriere Deine Wehwehchen und bleib uns noch lange erhalten.

Um halb fünf in der Frühe treffen wir uns alle wieder am Hotel, um die Band zu Bahnhof zu begleiten – das ist hier so Usus und eine schöne Sitte, denn so fühlt man sich von Anfang bis Ende der Reise gut aufgehoben!

Um 12.30 Uhr startet unser zweites Projekt in dieser Woche. Wir überreichen den Vertretern der Stadt, den Fachleuten von den Museen, aber in erster Linie den Buergern von Smolensk die Bilder von Franz Niessen, die uns dessen Familie überlassen hat. Die Smolensker Sachverständigen sind begeistert von diesen Aquarellen und Tuschzeichnungen. Der Feierstunde in der Gemäldegalerie wohnen viele Menschen bei – zwei Fernsehsender berichten und mehrere Zeitungen. Die Veranstaltung zieht sich länger hin als gedacht, weil es viel Gesprächsbedarf zu den Bildern gibt. Die Übergabe wird durch die Museen von Smolensk schriftlich bestätigt. Der Leiter aller Smolenkser Museen meint, dass man diesen Soldaten wie Franz Niessen ein Denkmal setzten sollte wie auch jenen deutschen Soldaten, die sich geweigert hätten, Zivilisten zu erschießen und deshalb standrechtlich hingerichtet wurden.

Franz Niessens Bilder sind zu Hause angekommen – ein Kreis hat sich geschlossen.

Presse von der Bilderübergabe: Komsomlskaya Pravdasmolcity.rurussia1REN-TV

Wahrscheinlich werden die Bilder von Franz Niessen Ende Oktober 2013 in einer besonderen Ausstellung dem Smolensker Publikum praesentiert.

Im Anschluss daran überreichen wir den Museen von Smolensk den Abschlussbericht der wissenschaftlichen Studie der Universitaet von Salzburg zum Bücherraub in Smolensk.

Am Nachmittag wird eine Metallkapsel aus der Stadtmauer genommen, die dort vor 50 Jahren eingesetzt worden ist. Sie enthaelt eine Urkunde, auf der geschrieben steht, welche Wuensche die Mensche fuer die naechsten 50 Jahre haben. Diese Urkunde wird von Schauspielern vorgelesen. Beiläufig erklärt in der Naehe jemand – Ihr habt uns den Kommunismus gewünscht und wir haben ihn abgeschafft-

Bericht von sm0lcity.ru

Durch einen sog. flashmob wird die Kapsel mit den Wünschen fuer die nächsten 50 Jahre bis 2063 von Hand zu Hand um die Stadtmauer herum bis zum Ziel am Platz des Sieges weitergereicht. Sie enthält eine Urkunde mit den Wünschen der Stadtoberen und den Wünschen von 6000 Smolenskerinnnen und Smolenskern – 2063 wird die Kapsel wieder aus der Mauer befreit und die Menschen werden hören, was von den Wünschen in Erfüllung gegangen ist.

Smolensk ist immer für eine Überraschung gut.  Nichts ahnend sitzte ich in der Teestube Am Samowar als ein Mann mittleren Alters auf mich zukommt und fragt: Sie sind doch der Schriftsteller, der 2007 in der Philharmonie das Gedicht -Aufwärts fliessendes Wasser- vorgetragen hat? Ja, das ist richtig, und wer sind Sie? Erinnern Sie sich nicht – ich habe doch mit Ihnen und David Russishwilly, dem damaligen Dirigenten des Kammerorchesters, ueber eine Konzertreise nach Hagen gesprochen. Ja, ich erinnere mich nur zu genau, denn David ist kurze Zeit darauf gestorben und die Reise kam nicht zustande. Aber David bleibt als einer der Motoren der Städtepartnerschaft unvergessen!

Wir unterhalten uns noch lange und werden uns wieder treffen.

29.09.2013

Nach wie vor ist es kalt in Smolensk, Friedhofswetter. Darum fahren wir auch heute dorthin. Die Gebrüder POWERONOFF sollten hoffentlich gut zu Hause angekommen sein. Astrid hatte sich so sehr gewünscht, einen russischen Friedhof zu sehen. Wir geben Dir mit Fotos einige Eindrücke davon.

Danach fahren wir mit Sascha Parfeonov zu der verfallenen Datscha eines Smolesker Künstlers. Es ist sehr traurig, dass dieses schöne Stück Erde nicht mehr bewirtschaftet wird, aber es schwingt noch sehr viel davon an diesem Ort, welche Menschen hier gelebt und gearbeitet haben.

Nach einer Fahrt rund um die Stadt kommen wir nach Krasny Bor. Sascha zeigt und erklärt uns den neuen Friedhof für deutsche Soldaten aus dem gesamten Smolenkser Gebiet, den der Volksbund Deutsche Kriegsgräberführsorge hier hat anlegen lassen. Dieser Ort geht ans Herz. Jeder Politiker, der einen Krieg befürwortet, sollte diesen Ort aufsuchen – wir sind überzeugt, dass er dann seine Meinung ändern wird.

Sascha erzälht uns auf dem Friedhof die Geschichte eines jungen deutschen Soldaten:

Die Wehrmacht hatte zunächst die Kolchose in der Nähe des Dorfes zerstört. Die Soldaten blieben aber lange Zeit in dem Dorf und sorgten auch dafür, dass keiner der Dorfbewohner hungern musste. Man lebte zusammen. Ein junger Soldat verliebte sich in ein Mädchen aus dem Dorf und kurz bevor die Rote Armee auf das Dorf vorrückte, stellte sich heraus, dass sie schwanger von dem jungen Deutschen war. Er bat seine große Liebe mit dem nächsten Zug nach Deutschland zu fahren und bei seinen Eltern auf ihn zu warten. Sie fuhr nach Deutschland, gebar eine Tochter, wurde mit ihrem Kind wie eine eigene Tochter in der Familie aufgenommen  und wartete auf ihren Geliebten. Der kam erst in den fünfziger Jahren aus der Gefangenschaft zurück und sie heirateten.

Nach weiteren zwanzig Jahren fuhr die Frau mit ihrer Tochter in ihr kleines Dorf bei Smolesnk, um es der Tochter zu zeigen. Als sie dort ankam, wurde sie begrüßt, als sei sie soeben wieder auferstanden.

Eine Geschichte, die bis Heute in dem Dorf lebt und wahrscheinlich auch ein kleiner Grund dafür ist, dass man uns Deutsche in dieser Gegend, wo doch so viel Leid geschehen ist, trotzdem ungeheuer freundlich entgegen kommt.

30.09.2013

Es ist noch kälter in Smolensk geworden – knapp 3 Grad.

Die Reise neigt sich dem Ende zu. Einige Gespräche über neue Projekte stehen noch an. Am Mittag verabschieden wir uns von Oleg. Mit ihm und Katja hatten wir eine tolle Zusammenarbeit – sie sind sehr zuverlässig!!

Es ist noch einiges an der SHU für die  am 6.Oktober kommende Studierenden-Gruppe zu besprechen. Als wir die UNI betreten, trauen wir unseren Augen nicht – da saß doch der Schauspieler Andrej Kruganov, den wir eigentlich in Paris vermuteten. Es hat sein Schauspielstudium in Paris abgeschlossen und war nur kurz zu Besuch in Smolensk. Welche Freude, ihn sehen zu können und auch zu beglückwünschen. Er will zurück nach Paris und sich dort als Schauspieler durchsetzen. Mit seinen Telent und seinen Sprachkenntnissen wird ihm das gewiss gelingen.

Es schneit ein wenig und so waermt man sich alle paar Meter in einen der zahlreichen Cafes auf. Jetzt noch einkaufen und die Abreise ist gut vorbereitet – irgendwann gegen drei Uhr ist die Nacht zu Ende.

Stimmungsvolle Preisverleihung „Junge2Kunst“ im Sparkassen-Karree

Am 18.07.2013, 18 Uhr wurden die Preise im Sparkassen-Karree verliehen. Die diesjährigen Preisträger/-innen sind:

Sandra Opitz (von der Jury gewählt)

Steffen Jopp (von der Jury gewählt)

Vom Publikum wurde zur Preisträgerin bestimmt:

Monika Czuczman

Wir danken allen Beteiligten, besonders der Gesangsgruppe „JES“  für die musikalische Begleitung der Veranstaltung und Dario Wehberg, der die Preisträger schon einmal auf die Reise nach Smolensk einstimmte. Uwe Will, der mit neuer Latzhose erschien, hat wieder tolle Preise für die jungen Künstler/-innen geschaffen.

Nachfolgend einige Fotos von Bernd Müller von der Preisverleihung:

Presse: 19.07.2013 WR

Peter Klein vom Hagenring hat eine sehr schöne Fotoserie von der Preisverleihung ins Netz gestellt!

Fünf Jahre Internetseite „Freundeskreis Hagen-Smolensk“

Diese Internetseite gibt es jetzt seit fünf Jahren und sie wird täglich von vielen Menschen geöffnet und gelesen. Inzwischen umfasst sie nahezu 500 Artikel, die die Arbeit des Freundeskreises Hagen-Smolensk präsentieren.

Die meistgelesenen Artikel auf dieser Internetseite sind:

Theaterprojekt „Wo ist Zuhause?“

Skulpturprojekt „BalanceAkt-Kinderrechte“

Gemeinschaftsbild „Hagen-Smolensk“

Zweiter Besuch einer Referendargruppe in Smolensk

Wettbewerb „Junge Kunst Hagen-Smolensk“ 2012