Aktuelles

Achte Gruppe des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung war im Oktober 2014 in Smolensk zu Gast

Die zeitlichen Veränderungen bei der Ausbildung der Referendare hat einige Umstellungen zur Planung von Reisen nach Smolensk erfordert. Aber inzwischen haben die Organisatoren die veränderten Bedingungen im Griff und so konnten die achte Reise nach Russland in Angriff genommen werden.

Kommentare und Fotos der Referendare; Smolensk Austausch 

Während ihres Aufenthaltes in Smolensk konnte die Gruppe auch den Auftritt von Dario Weber und Martin Brödemann (Frank Sinatra-Programm) im Teneshova-Kulturzentrum in Smolensk erleben.

WP 24.01.2015 „Wer rettet „Buttje“

2015.01.25 WP Buttje

Schön wäre es ja, wenn die WP einmal einen Vorschlag hätte wer, wie, wann Butte rettet – leider Fehlanzeige.

Buttje, so viel steht fest, wird wieder von den gleichen verdächtigen Behörden und Privatpersonen auf seinen Sockel gesetzt, ohne Kostenbeteiligung durch das Museums.

Bei Niedrigwasser in der Volme und besserem Wetter geht es ans Werk.

Wir hoffen, das uns diese außergewöhnliche Sehenswürdigkeit in unserer Stadt noch lange erhalten bleibt, auch wenn sie ab und zu kieloben liegt!

Lieber Petr Fishman, mach Dir keine Sorgen um Dein Kunstwerk.

HAGENRING-Mitglieder, Bernhard Paura, Uwe Will und Hellwig Pütter 1994 in Smolensk

Uwe Will, Bernhard Paura und der inzwischen verstorbene Hellwig Pütter waren als Botschafter des Hagenrings und der Stadt Hagen bei der Smolensker Künstlervereinigung zu Gast. Das nachfolgende Foto zeigt die Gruppe der Smolensker Künstler in Talaschniko, die sich um die Hagener Maler gekümmert hat:

1994SmolKuenstler

In seinem Tagebuch hat Bernhard Laura diese abenteuerliche Reise dokumentiert. Wir danken ihm herzlich, dass er es uns gestattet, dieses einmalige Dokument auf unserer Internetseite zu veröffentlichen!

Bernhard Lauras Tagebuch als PDF zum nachlesen: 1994PauraTagebuch

2015 „ZEHN JAHRE“ Freundeskreis Hagen-Smolensk e. V. – Plakatausstellung

Am Freitag, 09. Januar 2015 um 13.00 Uhr eröffnen wir die Plakatausstellung zum zehnjährigen Bestehen des Freundeskreis Hagen-Smolensk e. V. im Rathaus an der Volme.

Mit dieser Ausstellung lassen wir Revue passieren, was seit 2005 akademisch und kulturell zwischen den Städten Hagen und Smolensk lebt. Die Ausstellung verstehen wir auch als Dank an alle Partner und Partnerinnen in Smolensk und Hagen, die unsere Arbeit fördern und begleiten.

Im Mai 2015 wird ein Teil der Plakate in der „SpardaBank“ ausgestellt und zur eigentlichen Jubiläumsfeier des 30. Bestehens der Städtepartnerschaft Hagen-Smolensk werden die Plakate im November 2015 im „Theater an der Volme“ präsentiert.

 

ausstellung10jahre komprimiert

Plakat: Bernd Müller, Hans-Werner Engel

Bis zur Eröffnung der Ausstellung geben wir schon einmal einen kleinen Überblick über einzelne Plakate, die die Besucher bestaunen oder auch jene, die wir aus Platzgründen nicht zeigen können:

 

DIA-SHOW – Olga Kourova über die Reise der Preisträger nach Smolensk im Mai/Juni 2014

Olga Kourova, die Preisträgerin des ersten „Lau-kelA“-Jounalistenpreises, hat über die Reise im Mai/Juni nach Smolensk eine vertonte Dia-Show vorgelegt. Die mit einem Kommentar unterlegten Bilder geben visuell und akustisch einen interessanten Blick auf das, was unsere Preisträger in Smolensk und mit den Menschen dort erleben durften.

Nachfolgend der Link zur Dia-Show, die in der „Pflichtlektüre“ der TU-Dortmund veröffentlicht wurde.

http://www.pflichtlektuere.com/23/10/2014/junge2kunst-foerderung-fuer-nachwuchstalente/

9

 

Dario Weberg und Martin Brödemann mit „SINATRA“ – und „ERHARDT“ – Programm in Smolensk – Tagebuch

Ausnahmsweise beginnen wir das Tagebuch dieses Projekts nicht erst mit der Anreise nach Smolensk, sondern schon etwas früher, denn es muss unbedingt auf die anstrengende Vorbereitung für die Auftritte in Smolensk hingewiesen werden. Mit großer Professionalität gehen Dario Weber und Martin Brödemann daran, das „Sinatra“-Programm und das „Heinz-Erhardt“-Programm für die Auftritte im Tenishova-Kulturzentrum und an der Smolensker Humanistischen Universität vorzubereiten. Uns war ein kleiner Blick auf die Probenarbeit gestattet:  [mygal=tagebvorber] Unsere Smolensker Freunde dürfen sich schon auf die eine oder andere Überraschung freuen, denn die beiden Künstler haben sich einiges einfallen lassen. Es sind völlig neue Programme entstanden. Und zum erstem Mal wird sich das Theater an der Volme gleich mit zwei Programmen in Smolensk präsentieren.

05.10.14

Na, das geht ja gut los. Der Parkvogel hat es auf ECCO-Schuhe abgesehen und zerbröselt mir die Sohle meines rechten Schuhs – von wegen deutsche Wertarbeit. Wahrscheinlich werden die ECCO-Schuhe auch irgendwo in Asien zusammengeschweißt. Nach der Gepäckabgabe hasten wie durch alle Geschäfte, um neue Schuhe zu finden, aber für Pillefüße gibt auf diesem Flughafen keine passende Antwort.

Fotos: HW Engel:

 

Alle Hoffnung ruht auf Russland. So lange müssen die zerpickten Schuhe noch halten. Zu alle dem vermissen wir auch noch unsere Bordkarten, doch nach einigem Suchen finden wir sie in einem Schuhgeschäft.

06.10.14

Die Hoffnung wird nicht enttäuscht. Lange vor der Öffnung des Schuhgeschäfts dürfen schon neue Schuhe ausgewählt werden. Sehr freundliche Bedienung, neue passende Schuhe sind alsbald gefunden und schon sieht die Welt viel leidloser aus.

Auf der Leninstraße begegnen wir Martin und Dario, die in der Teestube Samovar von dem üppigen Angebot an Speisen und Getränken überrascht sind.

Im Glinka-Park erleben wir den farbenfrohen Herbst.

Im Rathaus werden wir von zahlreichen Honoratioren erwartet und das Stadtoberhaupt Evgenij Alexandrovich Pawlow heißt uns herzlich willkommen in der Stadt und verspricht, heute Abend zur Vorstellung zu kommen – mal sehen, ob er das dritte Mal schwänzt. Nach dem Austausch von Geschenken, fahren wir zum Hotel, um die Requisiten zu holen und dann geht es sofort weiter zum Mittagessen.

 

Zu unserer Überraschung ist auch Katja Khramova aus Halle an der Saale angereist. Fünf unserer Smolensker Mitglieder dürfen wir begrüßen und es entwickeln sich sofort muntere Gespräche. Bei der Zusammensetzung der Gesellschaft ist das kein Wunder. Die Moderationen werden besprochen und noch überarbeitet und nette Geschichten werden berichtet – zwei unserer Smolensker Preisträger sind ein Paar geworden. So etwas kann leicht passieren, wenn sich eine junge Russin und ein junger Russe im Sommer in Hagen treffen.

 

Auf geht’s zur Probe und unterwegs besorgen wir noch ein Bügeleisen für Darios Anzug – damit er als knitterfreier Frankie auftreten kann.

 

Martin hadert ein wenig mit der Technik – das Pedal hakt etwas. Als er sich gerade beschweren will, hat Oleg schon ein neues Pedal geordert – ein Hoch den russischen Organisationstalenten. Aleksei bastelt derweil einen großen Notenständer für Martin. Dieser Notenständer wird in unsere Geschichte eingehen!!

Fotos: HW Engel:

 

Der Direktor erscheint – ein wenig aufgeregt. Es sind schon alle aufgestellten Stühle verkauft. Es sollen aber noch Anfragen von weiteren 150 Interessenten vorliegen. Also werden jede Menge Stühle aufgebaut und man einigt sich darauf, auch Stehplätze zuzulassen. Martin glaubt für einen kurzen Augenblick, dass auch ein Enkel von Sinatra anwesend sein wird, weil auch eine Delegation aus den USA in der Stadt ist.

Bereits zwanzig Minuten vor Konzertbeginn ist der Saal proppenvoll. Drei Fernsehsender und diverse Zeitungsvertreten sind anwesend. Das ist auch ein Novum für das Kulturzentrum, denn mit so vielen Menschen hatten sie nicht gerechnet.

Oleg Krolikov und Aleksei Dovgan eröffnen die Veranstaltung – gewohnt gekonnt. Das Publikum ist sehr aufmerksam und verfügt offenbar über gute Sprachkenntnisse, denn Dario wird gut verstanden – doch hilfreich sind zusätzlich Irinas Übersetzungen. Dario und Martin können den Auftritt in vollen Zügen genießen. In gekonnter Manier spielt Dario mit dem Publikum, den Fotografen und den vielen Fernsehkameras.

Fotos: HW Engel:

 

Einige junge Damen haben sich jedoch auch anderen Dingen gewidmet. Sie stellten fest, dass Martin tolle Strümpfe trägt, die farblich besonders gut zu seiner Brille passen – den Russinnen entgeht wirklich nichts. Die Referendare aus Hagen erleben eine Vorstellung des Theaters an der Volme zum ersten Mal und das in Smolensk. Die Hagener privat agierenden Kulturschaffenden sind eben pfiffig, sie bewerben ihr junges Publikum dort, wo es zu finden ist.

Russia1, REN-TVSmol.aif.ru/cultur, kvc.Ru, VisitASmolensk.ru

Jedes Lied wird mit anhaltendem Applaus honoriert. Zum Schluss gibt es Rosen und viele Menschen wollen sich mit den Künstlern unterhalten. Dann folgt noch eine Pressekonferenz mit den Smolensker Fernsehsendern.

Dario und Martin haben den Menschen in Smolensk einen wunderschönen Abend bereitet und viele neue Freunde hinzu gewonnen.

 

Gemeinsam lassen wir den Abend ausklingen.

07.10.2014

 

Nach einem kleinen Frühstück im Cafe Terra gehen wir zur Kathedrale. Im Lichte der Morgensonne ist dieses Bauwerk besonders imposant. Zahlreiche Gläubige streben heute Morgen in die Kirche. Martin hätte hier gern auf einer Orgel gespielt, aber in der Orthodoxen Kirche ist Instrumentalmusik nicht üblich und Orgeln kennen diese Kirchen auch nicht. So muss der Besuch der Kathedrale reichen.

 

Und wie es reicht. Dario, Martin und ich finden jeweils einen Platz, um die Atmosphäre des Kircheninneren auf uns wirken zu lassen. Rechts in einem Seitenflügel liest ein Priester einen Text und im Wechsel dazu singen zwei Frauen mit klaren wunderschönen Stimmen. Die Gläubigen knien immer wieder nieder und küssen anschließend ein goldenes Kreuz, dass der Priester ihnen entgegen hält.

Trotz der Sonne ist die Luft kühl. Rechts sehen wir den Bahnhof und den Dnjepr, sowie das Denkmal des Generals Kutusov, der mit der Russischen Armee dereinst Napoleon hier besiegte.

Währen wir die Sovjetskajastraße hinauf gehen, diskutieren wir die Informationen, die wir gestern gehört haben. Die Russen, mit denen wir Kontakt hatten, sind sehr gut über das, was in Deutschland berichtet wird, informiert und wissen genau wie viele Deutsche, dass unsere deutschen Nachrichten vieles nicht richtig oder gar nicht berichten, sondern eher dazu neigen selbst Meinungen zu verbreiten, als ich auf Fakten zu beschränken. Besonders beliebt sind die Satiresendungen aus Deutschland „Heute Show“ und „Anstalt“, weil diese über die Gesamtlage wesentlich besser informieren, als die Nachrichtensendungen. Das Meinungsbild hier in Smolensk, das wir wahrnehmen, deckt sich mit dem, was auch viele Menschen bei uns entwickelt haben. Aber wir haben auch Stimmen gehört, die mit der Politik der Russischen Regierung nicht einverstanden sind.

Es ist allerdings nur ein eingeschränktes Bild von den Menschen, mit denen wir ins Gespräch gekommen sind.

An der Staatlichen UNI erwarten uns ca. 20 Studierende, mit denen wir die Redewendungen von Heinz Erhard diskutieren und die wir zu der morgigen Veranstaltung in der SHU einladen. Die jungen Menschen sind sehr interessiert, denn die UNI möchte ein Forschungsprojekt zu diesem Themenbereich gestalten und dabei mit dem DAAD, dem Goetheinstitut, der FernUNI und uns zusammen arbeiten. Das ist spannend, denn Dario hat bei seinen umfangreichen Recherchen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dem Phänomen Heinz Erhard gefunden.

 

In einem Gespräch mit V. Pawljushenko haben wir das Gitarristen-Projekt für 2015 abgeklärt.

 

Auf dem Weg zur Stadtmauer treffen wir dem Fotografen I. Chernov, der an einen neuen Projekt arbeitet. Im Vorbeigehen sehen wir im Giebel einer Kirche eine Kanonenkugel aus dem ersten Vaterländischen Krieg stecken. Nach einigem Suchen findet Aleksei den Zugang zur Stadtmauer – er versäumt es aber nicht, uns auf patriotische Hinterlassenschaften hinzuweisen. Ein guter Rat für den Aufstieg über dunkle Treppen ans Sonnenlicht. Wir erleben einen herrlichen Blick auf die Stadt und auf die bunten Herbstbäume auf der anderen Seite der Mauer. Durch eine Schießscharte gelangen wir auf die stadtauswärts gewandte Seite der Mauer und gehen auf einem Trampelpfade zurück zum Nikolaustor.

 

Den Tag schließen wir mit dem Besuch in einen Jazzkonzert in der Philharmonie ab.

 

08.10.2014

 

Vor dem zweiten Konzert proben die Künstler in der SHU. Irina hat den kleinen Ausstellungsraum gut vorbreitet, aber mit dem großen Andrang der Studierenden hat sie nicht gerechnet.

 

Aleksei stellt die Person „Erhardt“ und die Künstler vor. Dario hat das Publikum schnell in seinen Bann gezogen und wider Erwarten gehen die ca. 80 Gäste toll mit – besonders die Dekanin der juristischen Fakultät. Zwei Zugaben und die Zuschauer kleben noch immer an ihren Plätzen. Die Wasserspritze, das Requisit zum Regenlied, hilft das Problem zu lösen. Martin gibt Autogramme – er ist ein gefragter Pianist.

In dem wunderschönen Puppentheater von Smolensk besprechen wir deren Gastspiel für 2015 in Hagen. Wir lernen alle Raffinessen dieses Schmuckkästchens kennen. Das Theater hat eine große und eine kleine Bühne und alles ist auf die Kinder zugeschnitten – wunderbar und sehr liebevoll. Es wird ein Genuss sein, die Künstler dieses Theaters in Aktion zu sehen. Die Menschen in Hagen dürfen sich schon heute darauf freuen, diese Künstler bald zu erleben.

 

09.10.14

Nach dem Frühstück gingen wir die Sovjetskayastraße hinunter zum Dnjepr.

 

Gegebn 13 Uhr holte uns Prof. Parfeonov dort ab, um mit uns zu Alekseis Atelier zu fahren.

 

Zum Abschiedsessen mit Oleg, Katja, Aleksei und Prof. Parfeonov trafen wir uns im neuen City-Grill.

10.10.14

Die Nacht ist um 2 Uhr zu Ende. Im Minibus reisen wir über die Autobahn nach Moskau. Es herrscht kaum Verkehr und so erreichen wir Vnukovo nach 4 Stunden. Wir deponieren das Gepäck zu einen irren Preis, aber es muss so sein, denn wir können es nicht den ganzen Tag durch Moskau karren. Ein Aero-Express bring uns in 30 Minuten zum Kiewskier Bahnhof im Ukrainischen Viertel Moskaus. Mit der U-Bahn passieren wir den Arbat und die Station Smolensk. Etwas abseits des Roten Platzes hat schon ein Café geöffnet. Endlich können wir frühstücken.

 

Das Wetter ist etwas trüb, aber auch bei diesem Licht ist der Rote Platz imposant. Gerade beginnt in der kleinen Kirche an der Ecke ein Gottesdienst. Wir gehen hinein und lauschen der Liturgie und dem Gesang. Der Andachtsraum ist erfüllt von Weihrauchduft – auch einer der vielen russischen Gerüche.

Langsam treten wir über die  unebenen Pflastersteine des Roten Platzes. Wo ist eigentlich dieser Tust geblieben? ist er noch im Gefängnis. Das Leninmausoleum ist geschlossen. Ein sehr breiter Zebrastreifen führt auf die Erlöserkirche zu. Wir folgen dem Weg und gehen auf die Brücke über die Moskwa. Es öffnet sich ein toller Blick auf den Kreml. Hier ist das Zentrum der Macht – unübersehbar. Um den Kreml herum kommen wir zur ewigen Flamme. An den Heldenstädten Russlands : Smolensk, aber auch Kiew und Odessa – ja sie lesen richtig, diese Städte gehören zu den sehr wichtigen in der Geschichte dieses Landes und das ist hier unübersehbar.

 

Leider sprudelt kein Wasser mehr in den Märchenbrunnen. Und auch das Bolchoi-Theater ist wegen eigenartigen Bauten nicht gut zu sehen. So schauen wir uns das „GUM“ – Eis essen, Kleinigkeiten kaufen und die interessanten Geschäfte ansehen.

 

Gegen 12 geht es zurück zum Kiewskier Bahnhof. Ein wenig essen und die letzen Rubel verbrauchen. Martin findet sogar nicht eine Zigarettenbude. Der Expresszug bringt uns geschwind zum Flughafen, die Kontrollen sind lasch, nur Martin scheint überall mit Metall verseucht zu sein, aber auch er übersteht diese Prozedur. Unser Flieger ist pünktlich, wir können etwas schlafen. Ein wenig müder, aber sehr zufrieden erreichen wir Hagen – nach 17 Stunden Reise.

Wir haben viel erlebt, vielen Menschen Freude bereitet und Freunde und Freundinnen hinzu gewonnen. Der erste Dank gilt Dario Weber, der sich so unproblematisch entschlossen hat, diese Reise zu wagen und auch Martin Brödemann, der noch nie in Smolensk war, so Indra, die Dario hat reisen lassen. Oleg Krolikow, Katja Demko, Aleksei Dovgan, Elena Chmurova, Irina Fedorova, Prof Alexander Parfeonov, der Leitung des Tenishova Kulturzentrums, den Hilfreichen Menschen an der staatl. und der humanistischen Universität undunseren anderen Smolensker Mitgliedern, die uns alle sehr geholfen haben.

„Junge2Kunst“ Tagebuch – 02.08.2014 – 14.08.2014

02.08.2014 Gestern konnten wir schon den Bus für die Gruppe bekommen und freuen uns ihn heute einzuweihen, indem wir unsere Gäste am Flughafen in Düsseldorf abholen. Wir kommen gut durch den Verkehr, doch Parkplätze im Parkhaus können wir nicht nutzen – also stellen wir das Auto auf die teuren Kurzzeitplätze. Das Flugzeug ist bereits im Landeanflug. Landung um 16.04 Uhr – solch genaue Zeitangaben habe ich noch nie am Flughafen Düsseldorf gelesen. Meistens ist es eine 5-Minuten-Taktung.

Bereits nach 35 Minuten schaut Aleksei aus der Tür des Ausgangs 4 B. Und sofort folgen die anderen – große Freude und herzliche Begrüßung. Es hat alles gut geklappt, selbst die großen Bilder von Aleksandr und Irina sind unbeschädigt geblieben. Geschwind geht es mit Sack und Pack zum Auto, denn der Himmel verheißt nichts Gutes. Unser blecherner Lastenfreund besteht seine erste Belastungsprobe. Doch am Ratinger Dreieck steht schon die nächste an. Der Himmel schüttet ungeheure Wassermengen auf die A 3. Die Autofahrer sind jedoch alle sehr besonnen und so fahren wir im Schneckentempo bis Wuppertal-Somborn. Die Gastgeber für die nächsten 12 Tage erwarten die Smolensker Preisträger schon mit Ungeduld. Nach etwas mehr als 12 Stunden Reise haben unsere Gäste endlich die erste Etappe bewältigt. Schon Morgen wird es mit dem Programm losgehen.

 

03.08.2014

Gemeinsam besprechen wir den Programmentwurf für die kommende Woche. Bereits für heute gibt es eine wesentliche Änderung. Es geht zur Burg Altena – dort findet der größte mittelalterliche Markt in Südwestfalen statt. Bernd und Verena helfen auf dem Weg nach Siegen mit einem Schlenker über das Lennetal. Parkplatzsuche, Shuttlebus (schönes deutsche Wort!) und als erstes mit den Erlebnisaufzug hinauf auf den Burghof.

Verschiedene Rundgänge auf der Burg vermitteln einen Eindruck vom Leben in Mittelalter und kostümierte Gesellen erledigen den Rest. Es ist sehr stimmungsvoll hier auf der Burg. Marktschreier, Pestkranke, Märchenerzähler, Kreuzritter und und und.

Zunächst wird unser leibliches Wohl mit besonderen Bratkartoffeln hergestellt. So langsam wir es eng auf der Burg und deshalb entschließen wir uns mit dem Aufzug wieder hinunter zu fahren, um noch den Mittelaltermarkt zu besuchen. Hunderte Menschen wollen jetzt nach Oben und nehmen lange Wartezeiten in Kauf. Der Markt hat was! Händler und Schausteller aus aller Herren Länder sind angereist. Wir werden bei einem tchechischen Glasbläser fündig. Auf dem Rückweg besichtigen wir noch Schloss Hohenlimburg.

04.08.2014

Die Bilder unserer Smolensker Preisträger sind noch im Auto und Aleksei und ich fahren gegen 8 Uhr zu DHL um die Einfuhrerklärung fertigen zu lassen. Mit allen Unterlagen stiefeln wir mehrere Etagen hoch, um zu den zuständigen Mitarbeitern zu gelangen. Herr Gartmann  erblickt uns und erklärt freundlich: „Das habe ich schon letzte Woche per Internet erledigt. Sie müssen nur noch zum Zoll und dort die Bilder vorlegen. Über die Verbandsstraße erreichen wir den Zoll. Herr Gerhards, der stellvertretende Leiter der Zollstelle, hat uns schnell erkannt und kommt mit der vorbereiteten Erklärung auf den Hof. Alesei und ich packen die Bilder aus und legen sie Herrn Gerhards vor. Es stimmt alles überein und wir können die Bilder wieder einpacken. Es ist eine gute Zusammenarbeit mit DHL und dem Zoll entstanden. Dafür sind wir sehr dankbar, auch, weil wir schon nach 45 Minuten wieder zu Hause eintreffen. Bürgermeister Dr. Fischer empfängt die Gruppe in gewohnt liebenswerter Manier und wir tragen uns in das Gästebuch der Stadt Hagen ein. Der Rundgang durch das Rathaus an der Volme mit Erläuterungen von Dr. Fischer ist die passende Ergänzung. (Radio Hagen berichtet darüber) Unser Rundgang durch die Stadt endet zunächst in einen Regenschauer an der Kinderrechteskulptur von Prof. Parfeonov. Wir fliehen in das Cafe Stich und werden zu unserem Leidwesen von einer etwas überforderten griesgrämigen Bedienung „versorgt“. Letztlich erhält doch noch jeder ein Getränk. Einige müssen ein paar Kleinigkeiten kaufen und dann gibt es eine Mahlzeit im Rathaus. Vom Goldberg genießen wir den herrliche Blick auf die Stadt und schauen auch noch kurz beim Restaurant „Kota Radja“ vorbei. Auf dem Gelände der Elbers-Hallen entstehen erste Skizzen – während über uns die jungen Wanderfalken nach Futter schreien. Die Altvögel kurven gekonnt um den großen Schornstein. Ein Besuch im Theater an der Volme ist selbstverständlich. Wir dürften sogar dort malen, aber der Elan zu malen ist schon etwas dahin. Peter Blindert erwartet uns bereits in seinem Atelier. Jeder Besuch bei Peter ist ein besonderes Erlebnis, denn er wartet stets mit Überraschungen auf. Zunächst werden alte Geschichten ausgetauscht und dann gibt es eine rege Diskussion zu neuen Werken. Toll ist Peters „Hasper Hütte“. Warum wird dieser tolle Künstler nicht mit einer großen Ausstellung in Hagen gewürdigt? Das könne unsere russischen Freunde nicht verstehen.

Die Truppe ist voller Tatendrang und so geht’s noch hierhin und dorthin und Gott weiß wohin, doch alle sind auf den Pfad der Tugend zu den Familien zurück gekehrt.

05.08.2014

Zeitig brechen wir auf, um zur Zeche Zollverein zu fahren. Auf dem Gelände befindet sich auch die Keramik-Werkstatt von Young Jae Lee, einer Koreanischen Künstlerin. Wir werden schon erwartet und Daniela, eine polnische Keramikerin, erklärt uns alle Arbeitsweisen, die Werkstatt und die Struktur der GmbH. Sie ist mit sehr viel Herzblut bei der Sache und wir können das tolle Betriebsklima in der Werkstatt wahrnehmen – eine funktionierende kleine Gemeinschaft, die mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammengesetzt ist. Hier entsteht Kunst, nicht nur irgendein Gegenstand. Die Werke sind auf das Wesentliche reduziert und bestechen durch ihre Formgebung. Jedes Unikat strahlt das aus, was hier gelebt wird. „Wir sind dankbar, dass wir Euch besuchen durften und Eure herzliche Offenheit erleben konnten!“ Ein wunderbarer Auftakt für diesen Tag.  [mygal=jae-lee] Nach ein paar hundert Metern erreichen wir die alte Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. Die Ausstellung über das Ruhrgebiet und die Fotoausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotos aus der Zeit vor einhundert Jahren bis in die fünfziger Jahre ist unser Ziel. Unsere Gäste sind sehr beeindruckt von der Größe der Kohlenwäsche und darüber, wie elegant und informativ die Ausstellung über das Ruhrgebiet gestaltet ist. Alles ist neu für sie. Über zwei Stunden betrachten sie die Exponate mit großem Interesse.  [mygal=ruhrmuseum]  Und von der Aussichtsplattform hatten wir einen tollen Blick über einen großen Teil des Ruhrgebietes. In dem kleinen Bistro gab es typisches Bergmannsessen: Kartoffelsalat mit Würstchen und Linsensuppe – lecker!!!! Es ist noch Zeit, so dass wir einen Abstecher nach Hattingen vornehmen. Die schmucke, kleine Fachwerk-Innenstadt zieht alle sofort in ihren Bann und schon saß man dort und malte und zeichnete Skizzen. Gern wären wir noch länger geblieben, aber Bernhard Paura erwartet uns gegen 17 Uhr. Bernhard war schon im Atelier als wir dort eintrudelten. Wie immer wurden die Gäste von Bernhard mit köstlichen Speisen und Getränken verwöhnt. Bernhards angeborene Herzlichkeit lässt sofort eine gute Stimmung aufkeimen. Es wurde viel erzählt und auch Bernhards neue Werke bewundert – die Farbe, die er heute seinen rostigen, fein gestalteten Flächen hinterlegt, lassen seine Arbeiten sehr lebendig erscheinen: „Bernhard, Du hast Dich noch einmal erfunden – toll!!!“ Und das war es immer noch nicht. Regina und Familie erwarteten die Gruppe zum Pizzaessen und wie sich bald herausstellen sollte durfte auch getanzt werden. Unsere Gäste bewiesen Kondition.

06.08.2014

Nicht eine Spur von Müdigkeit ist in den Gesichtern zu erkennen. So dürfen wir heute auftreten, und zwar im Karl-Ernst-Osthaus Museum. Die Ausstellung über die Zeit des ersten Weltkrieges ist sehr übersichtlich, informativ und mit interessanten Exponaten gestaltet worden. Unsere Gäste betrachten nicht nur diese Ausstellung, sondern auch die Dauerausstellung mit großem Interesse. Da wir einige Exponate zu den Gebäuden des Stirnbandes gesehen haben, fahren wir noch kurz dort hin, um auch die Originalbauten zu betrachten. Zum Essen geht es zur FernUni und welch Zufall Bernd und Verena Müller sind auch schon da. Die Auswahl und die gute Qualität der Speisen hatten unser Gäste nicht erwartet und dann auch noch dieses freundliche Personal – eine der Köchinnen spricht sogar Russisch – toller Service! Monika ruft an, denn sie möchte mit uns im Freilichtmuseum arbeiten. Wir treffen gegen Eins dort ein. Zunächst gehen wir gemeinsam, alles anschauend, bis in das obere Dorf. Von hier aus geht jeder auf die Suche nach einem passenden Platz, um zu malen oder zu zeichnen. Der Duft köstlicher Semmel erreicht meine Nase und schon sind sieben Stück in Baumwollsäcke verpackt – wir werden Uwe Will damit überraschen. Die Sonne und die Stimmung insgesamt ist mehr als angenehm und jeder von uns findet alsbald seinen Platz. Wie immer schaut auch Frau Kuschel vorbei und wechselt ein paar Worte mit Aleksei. Die Studierenden haben sich auf der Wiese oberhalb des Sensenhammers niedergelassen. Aleksei skizziert die neuen kleinen Häuschen am großen Teich. Der freundliche und respektvolle Umgang unserer Preisträger ist mehr als bemerkenswert und es wird deutlich, dass zwischen den hiesigen Preisträgern und den Smolensker Preisträgern gute Beziehungen entstanden sind. Natürlich muss Uwe ein erfrischendes Kaltgetränk erhalten und der Schlüssel für die Galerie ist noch abzuholen. Mit etwas Verspätung kommen wir im Atelier von Uwe Will an. Die jungen Menschen sind von der kreativen Kraft dieses Orte sofort eingenommen und Uwe erzählt in seinen bescheidenen Art von den letzten Arbeiten, aber auch von seinen Anfängen als Künstler und seinen Lehrern – dabei kommt die Geschichte von Carl Baumann nicht zu kurz. Die Studierenden bewundern das Bild, dass er als neunjähriger gemalt hat und Uwe erläutert, wie er zur Abstrakten Malerei gekommen ist und warum seine Werke keine Titel mehr tragen – jeder sieht sowieso etwas anderes in einem Bild! In der Disco wird wie immer heiß diskutiert – einem bricht sogar der Stuhl unter dem Gesäß weg. Der Stuhl war wohl von altem Plastik. Aber das hält uns nicht davon ab, weiter zu diskutieren. Die Zeit vergeht viel zu schnell – großer Dank an Dich Uwe, das wir wieder bei Dir sein durften! Jetzt wollen alle nur noch nach Hause. Nach vier anstrengenden Tagen macht sich etwas Müdigkeit breit. Doch Aleksei und ich bringen noch alle Bilder in die HAGENRING-Galerie und wir hängen die noch an den Wänden befindlichen Werke bekannter Hagener Künstler ab.

07.08.2014

Zunächst bestellen wir Esswaren für das Picknick am Freitag. Aleksei und ich stellen die Bilder und danach hängen wir sie in bewährter Manier auf. Als gegen 10 Uhr die Gruppe eingetrudelt ist – auch Sandra und Steffen sind gekommen – hängen schon die meisten Bilder. Uwe hat sich um die Bilder der vergangenen Ausstellung gekümmert und Bernd Suermann und Verena Baltes schauten auch vorbei. Die Schildchen haben Sandra und Julia geschnitten und angeklebt. Als die Presse kam war die Ausstellung perfekt, auch die Plakate waren platziert. Wir sind auf den Artikel gespannt. Vielleicht schreib die Presse einmal etwas über das Wie und Warum dieses Projektes. Nach dem Essen, wieder in der FernUni, stand Entspannung auf dem Programm – eine Besuch im Dortmunder Tierpark. Einzelne unserer Gäste hatten solch einen Tierpark noch nie gesehen. Der Besuch dort hat sicher bleibende Eindrücke hinterlassen. Besonders die Geschichte des Orang-Utan-Babys hat uns berührt. Es wurde von seiner Mutter im Zoo von Hannover nicht angenommen, doch sofort von einer Orang-Utan-Dame in Dortmund adoptiert. Alsbald fanden auch deren Töchter Zugang zu dem neuen Geschwisterchen. Als die Mitarbeiter des Zoos das Jungtier auch an den männlichen Hausherrn gewöhnen wollte, trat etwas ungewöhnlichen ein: Der Orang-Utan-Mann zog den linken Arm des Kleinen durch das trennende Netz zu sich und biss ihn ab. Er brachte damit sein Ablehnung zum Ausdruck und die Pfleger gehen davon aus, dass die beiden immer getrennt bleiben müssen. Dem Kleinen geht es heute gut und er kommt auch mit einem Arm gut zurecht. Zum Malen kamen wir nicht, denn was es hier alles zu sehen gab, war von zu großem Interesse. Am Abend gab es eine Malschule im Garten und es entstanden sehenswerte Stillleben.

08.08.2014

Grill und Getränke sowie  Speisen sind im Auto verstaut. Sicher? Nein, schon in der ersten Kurve hörten wir es rumpeln. Eine Salatschüssel war im Karton umgekippt. Doch Aleksei hat alles retten können. Noch einmal wurde das Gepäck sorgfältig befestigt und 40 Minuten später waren wir im biologischen Zentrum in Lüdinghausen. Vor dem wunderschönen Lehmhäuschen hatte Ilka Brocksieper ein üppiges Frühstück für die Gruppe vorbereitet. Leckere, knusprige Brötchen fanden schnell ihre Abnehmer. Nach dem Essen führte Ilka uns durch die Gärten und erzählte über die Pflanzen, die uns z. T. nicht einmal bekannt waren. Eine Höhle für Fledermäuse und zahlreiche Bienenstöcke waren auch in dem Garten. Später können wir hier noch malen, denn es gibt viele gute Motive. Doch zunächst fahren wir zur Burg Lüdinghausen. Ilka referiert über die Burg und deren Geschichte und ein älterer Herr gibt uns im Konzertsaal der Burg Informationen über die Menschen, die die Burg seit dem 8. Jahrhundert bewohnt haben. Das gute Licht und die interessanten Perspektiven laden zum Malen ein. Immer wieder halten Radfahrer an, um zu sehen, was gemalt oder gezeichnet wird. Aleksei hat einen tollen Platz mit Aussicht auf die Burg gefunden, der offenbar bei Hunden auch sehr beliebt ist – sie haben Erinnerungstücke an ihren Besuch hinterlassen. Die Skizze von Aleskei ist aber trotzdem toll anzusehen. Gegen 12 Uhr machen wir einen kleinen Spaziergang in die Stadt, um bei „San Remo“ Eis zu essen. Diese Portionen muss man sehen und erleben wie anstrengend es ist, sie zu verdrücken. Ein jeder beißt sich tapfer durch die Eisbällchen und genießt das frische Obst. Es fällt auf, dass es in Lüdinghausen viele schöne Bronzeskulpturen gibt: einen kleinen Jungen, der vor der Bank das Geld in seinen Hand zählt; auf den Marktplatz ein Lüdinghausener „Original“; der „Spökenkieker“ an der Ölmühle …. An der Ölmühle vorbei gehen wir zur Burg Vischering. Beim Anblick dieser wunderschönen Anlage geht unseren Preisträgern das Herz über. Hier wollen sie unbedingt Malen und Zeichnen. Sehr schnell hat jeder einen guten Platz gefunden und bis 17 Uhr sind viele Skizzen entstanden. In der für Besucher offenen Backstube hat Bernd einen appetitlich aussehenden frisch gebackenen Rosinensemmel gekauft. Über den Kapitelweg, mit vielen Büsten von historisch bedeutsamen Persönlichkeiten, kommen wir zurück zu unseren Autos. Mit diesen haben wir in kurzer Zeit das biologische Zentrum erreicht. Erste Tropfen fallen vom Himmel. Deshalb tragen wir die Bänke und Tische geschwind in das geräumige Lehmhäuschen. Zwei Grills sorgen dafür, dass in Kürze die ersten gebratenen Bissen auf den Tellern liegen. Bei lebhaften Gesprächen, Genuss von Salaten, Brot und Hühnerbeinen vergeht die Zeit im Flug. Irgendwann rauschen Unmengen Wasser vom Himmel und es blitzt und donnert links und rechts. Danach räumen wir auf, verpacken die Überreste unseres Picknicks in die Autos. Nach herzlichem Abschied von Ilka, die sich toll um uns gekümmert hat, fahren wir wieder Richtung Hagen. Nach fast 13 Stunden auf den Beinen will sich jeder nur noch ausruhen.

09.08.2014

Das Wetter sieht heute nicht so vielversprechend aus. Die Autobahn ist frei und wir gelangen recht flott nach Münster. Ein Reitturner schränkt das Parken auf den Schlossplatz zwar etwas ein, doch gelingt es uns noch einen Parkplatz zu ergattern. Auch Bernd und Verena treffen alsbald mit Julia und Sascha ein. Durch die Frauenstraße gehen wir in Richtung Dom – vor fast jedem Haus liegen große Mengen Sperrmüll, den die Menschen aus ihren Keller geholt haben, die durch das Hochwasser vor ein paar Tagen überflutet waren. Eine erste kleine Station machen wir an „Wilsbergs“ Antiquariat. In der Realität ist es natürlich das Antiquariat von Herrn Solder. Sandra, eine Freundin von Ira aus Kiel und Jan stoßen noch zu unserer Gruppe. Ralf Fritzsche erwartet uns bereits vor dem Seiteneingang des Doms und führt uns, viele Details erzählend, durch die Stadt. Die Geschichte Münsters, die Geschichte des Doms, der Westfälische Frieden, die Wiedertäufer, der Prinzipalmarkt, eine kleine barocke Kirche und, und, und, werden mit viel Fachwissen und Details erläutert. Westfälische Spezialitäten werden bei Pinkus Müller verputzt – selbstverständlich muss auch das dort gebraute Bier gekostet werden. Unsre russischen Preisträger besuchen das Picasso-Museum. Danach gehen alle in die Stadt, besichtigen markante Punkte oder kaufen ein. Sascha hat viele interessante Deko-Gegenstände für seine Mama gekauft. Wie wird er das alles nach Russland schaffen? Wir suchen noch einige schöne Blumen und eine Glückwunschkarte aus, denn Verena feiert heute ihren Geburtstag – das muss gewürdigt werden. Ein künstlerisches Geschenk wird nicht fehlen. Es folgt eine ziemlich langer Abend oder sagen wir es ruhig: eine lange Nacht bei Verena und Bernd, denn eine Feier mit leckerem Essen und viel Tanz lassen sich unsere Preisträger nicht entgehen. Zur Verblüffung der junge Menschen sahen die älteren Tänzer nicht einmal schlecht aus. Außerdem wurden immer wieder informative Gespräche über Gott und die Welt angezettelt.

10.08.2014

Endlich ein etwas ruhigerer Tag. Um 11 Uhr eröffnen wir die Ausstellung in der HAGENRING-Galerie. Zahlreiche Besucher füllen den Ausstellungsraum.  Frau Kessler eröffnet als Hausherrin die Ausstellung, Dr. H. D. Fischer spricht ein Grußwort von Seiten der Stadt, H.-W. Engel stellt das Gesamtprojekt vor, Aleksei Dovgan präsentiert die Werke der Smolensker Preisträger und stellt die jungen Künstler vor. Danach werden die Hagener Preisträger vorgestellt. Trotz der vielen Besucher geht von der Ausstellungseröffnung eine familiäre Ausstrahlung aus – die Menschen kennen sich und sind alsbald in Gesprächen vertieft.

11.08.2014

Über DHL legen wir dem Zoll die Ausfuhrerklärung vor. Aber wo finden wir die Zollstelle am Flughafen in Düsseldorf? Diese weitere Herausforderung werden wir auch lösen. Endlich hat die Gruppe ein paar Stunden, um in Hagen die Stadt zu erkunden. Andenken werden gekauft und Päckchen geschnürt, denn Freunde und Familien erwarten Geschenke. Auf der Fahrt zur TU-Dortmund machen wir einen kleinen Umweg durch die Stadt – sehen das große Fußballstadion des BVB, die Westfalenhalle, den Fernsehturm und das “U“. Die Größe der TU-Dortmund macht mächtig Eindruck auf unsere Gäste. Wir treffen uns an der Galeria und Sandra und Tobias führen die Gruppe zu markanten Punkten: Mathe-Tower, großes Hörsaalgebäude, H-Bahn, Bibliothek, Untergrundbahnhof. Wir besichtigen die Räumlichkeiten der Kunstfakultät und sehen dabei zahlreiche Arbeiten der Studierenden – einige arbeiten gerade an Drucken. In einen Zeichensaal arbeitet die Gruppe mit sieben deutschen Studierenden: Aktzeichnen steht auf dem Programm. Sandra hat das toll organisiert. Das Modell posiert in unterschiedlichen Stellungen und die Teilnehmer müssen in kurzen Abständen ihre Zeichnungen fertigstellen.

In der letzten Pose hat das Modell den „Tod im Nacken“ – es handelt sich um ein aufgeblasenes Kunststoffskelett. Eigentlich passt es nicht so gut zu den Aktstudien.

12.08.0214

Den Berufsverkehr meidend, fahren wir nach Düsseldorf. Leider ist die Ausstellung im Kunstpalast schon beendet. Wir gehen deshalb am Jägerhofgarten entlang zur Sammlung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Preisträger sind von den Chagalls und Kandinskys begeistert. Es war sicher die besser Variante als der Kunstpalast. Ein kleiner Rundgang durch die Altstadt und diverse Informationen zum Stadtplan sollen der Gruppe helfen, sich in der Stadt zurecht zu finden, denn die Teilnehmer haben den Wunsch, einige Stunden allein durch die Stadt zu streifen. Doch zunächst essen wir Spezialitäten in der Füchsen-Brauerei. In der alten Gaststube fühlen sich unsere jungen russischen Freunde sofort wohl und – oh Wunder – es gibt Speisenkarten in russischer Sprache. Da staunt der Russe und der Deutsche wundert sich, doch die Wirtschaft ist sehr anpassungsfähig, besonders die, die auf ihre Kundschaft zugehen muss. Jan kommt mit etwas Verspätung und geht mit Irina in das „K 21“. Aleksei und ich fahren zum Flughafen, um zu erkunden wo dort die Zollstelle für die Abwicklung der Ausfuhr der Bilder ist. Zu unsere Freude ist Sie in der Abflughalle gegenüber dem Lufthansa-Counter. Die Zöllner sind sehr freundlich und wir hoffen, dass das auch Donnerstagmorgen so ist, wenn die Gruppe mit den Bildern ausreisen wird. Zurück in der Stadt wird sichtbar, dass es mit dem guten Wetter bald vorbei sein wird – schwarze Wolken ziehen von Nordwesten auf Düsseldorf zu und starker Wind kommt auf. Auf dem Weg zum Parkplatz am Rheinufer werden wir ziemlich nass, denn der starke Wind verhindert, dass man einen Schirm halten kann. Wegen des schlechten Wetters entscheiden wir, Morgen nicht in Sauerland zu fahren, sondern unser Ziel wird das LAGO in Herne sein.

13.08.2014

So haben sich unsere Gäste das Ruhrgebiet nicht vorgestellt: ländlich, Baumalleen und weit und breit keine Industrieanlage zu sehen. Und dann erreichen wir im Grünen noch solch ein tolles Bad. Alles wird ausprobiert: die drei Solebecken (aus dem Massagebecken sind sie kaum herauszukriegen), Sportbecken, Wellenbad, Rutsche und dann auch noch die riesigen Saunaanlagen (entweder getrennt für Frauen oder Männer und die sehr große Gemeinschaftssauna). Nach vier Stunden schlafen die Gruppenmitglieder tief und fest im Bus ein. Nicht nur das warme Solewasser zeigt seine Wirkung, sondern auch das umfangreiche Programm der letzten 12 Tage. Nach einem weiteren Abstecher zur FernUni in Hagen, wollen alle zu ihren Gastfamilien, um die Koffer zu packen. Chin HU hat im Kota Radja wie immer einen schönen Tisch für uns bereitet und Gäste, Gastgeber, die Hagener Preisträger sowie Vereinsmitglieder genießen das üppige Buffet zu Abschluss dieses Projekts. Zahlreiche Geschenk werden ausgetauscht, die Sitzordnung lässt viele neue Kontakte und gute Gespräche zu. So viel ist sicher: Die jungen Menschen fühlen sich mit uns wohl. Wir werden den Wettbewerb mit vielen neuen Ideen im nächsten Jahr wieder ausschreiben.

Nachfolgend einige der Skizzen und Fotos, die die Preisträger in Hagen gefertigt haben:

 

Olga Kourova ist erste Preisträgerin des Lau-kelA – Journalistenpreises

Die gebürtige Russin Olga Kourova hat uns mit ihren Arbeiten als Journalistik-Studentin der TU-Dortmund überzeugt. Und deshalb wurde sie mit dem erstmals verliehenen Preis ausgezeichnet.

P1090451

Sie war mit den Kunstpreisträgern im Mai/Juni 2014 in Smolensk und konnte vor Ort die Arbeit der dortigen Print- und Fernsehmedien kennen lernen. Gemeinsam mit den Preisträgern des Kunstwettbewerbs hat sie ein breit angelegtes Kulturprogramm miterlebt und wird in Kürze darüber einen Bericht abgeben.